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gesprochen werden und sich unmittelbar aus dem einfachen Schauen heraus ergeben, wenn das Geschaute rückwärts wieder mit irdischen Erscheinungen in Parallele gesetzt wird. Nach dem Woher, Warum und Wozu wird weder gefragt, noch eine Antwort gesucht; die einfache Tatsache, eine Vorstellung damit verknüpfen zu können, genügt auf der untersten Stufe der Ge- stirnbeobachtung.
Neben dem eisernen, ehernen und steinernen Firmament begegnen wir auch der Auslegung, daß das Material desselben aus Diamant, Kristall, Glas oder aus Eismassen(Hagel) und, was das letzte ist, was hierin gedacht werden kann, aus zu festem Material verdichteter Luftse) besteht. Es liegt auf der Hand, daß wir identische Sternerklärungen hierzu kaum vor- finden.5o) Dagegen sind noch zwei wichtige Himmelsbilder hier einzureihen, die auch auf die Deutung der Sterne Rückwirkung gehabt haben, nämlich die bei vielen Völkern uns entgegen- tretende Idee, daß nicht festes Material die Himmelsdecke bildet, sondern ein gewaltiger blauer Himmelssee oder ein tuchartiges Gewebe: das Himmelszelt, die Himmelsdecke. Die Beobach- tung des Regens und der Wolken sowie der Glaube, daß die Erde ringsum von Wasser umgeben ist, schuf das eigenartige Weltbild des himmlischen Meeres. Das Meer, das an den Grenzen rings die Erde bespült, fließt an den letzten Grenzen in das über der Erde stehende Himmelsmeer und erhält, ebenso wie die großen, irdischen Ströme, deren unauffindbare Quellen eben- falls aus dem Himmelsozean kommen, von dorther immer neue Wassermengen. Den Indogermanen war die Idee fremd, sie bildete aber die Weltanschauung der orientalischen Völker. Von ihm sprechen die Babylonier, die Aegypter und auch die Inder. ²¹) Besonders wichtig für das Himmelsbild der europäischen Völker ist die jüdische Auffassung geworden, aus der die Be- zeichnung Firmament in die meisten Sprachen übernommen wurde. Sie ist durch das Christentum und die Bibel in Europa heimisch geworden. Danach ist der Himmel auch ein gewölbtes Dach aus festem Material(Amos 9, 6), aber durchsichtig, einem metallenen Spiegel vergleichbar(Hiob 37, 18). Hinter ihm sind
5⁹) s. R. Eisler a. O.
6⁰0) An Versuchen selbst fehlt es nicht, so haben die Kalmücken die eigen- artige Ansicht, die Gestirne seien große leuchtende Glaskugeln, in denen sich eingeschlossene Tängäri(Himmelsbewohner) aufhalten. Sie werden von Luftpferden fortgezogen: B. Bergmann, nomad. Streifereien unter den Kalmücken, Riga 1804 S. 41. Andrerseits werden die Sterne als leuchtende Edelsteine aufgefaßt, so heißt der Abendstern z. B. in Limousin lon lougra: der Diamant s. Revue der tradit. populaires 17(1902) S. 350 u. 451.
³¹) Die Belege zusammengestellt bei R. Eisler a. O. I S. 204, 4, II 480, 5.


