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1 (1912)
Entstehung
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nahe, nicht erst heranwachsende Sonnen und Monde stehen am Nachthimmel, sondern die Sterne sind alte, abgelebte Sonnen und Monde, die zusammengeschrumpft weiter glühen, bis sie dann aus Altersschwäche eines Tages herabfallen und erlöschen. So gelten sie z. B. in der Gegend von Küttich für zerschlagene alte Monde;*) und im Holsteinischen hält man jede Tagessonne für eine neue Sonne: die alte und untergegangene Sonne wird von seligen alten Jungfern zu Sternen verschnitten.)

Außer dem seither betrachteten Material, wonach die Him- melskörper aus Edelmetall(Gold, Silber), Feuer(kerzenartiges, dem Irdischen völlig analoges oder aber überirdisches= Feuer des Kosmos, des Paradieses, alter Sonnen u. ä.) oder aus Gold- und Silberfarbe bestehen, haben wir noch auf folgende, davon abweichende Auffassungen kurz hinzuweisen. Die Hyliker hatten den Sternen erdartige Bestandteile zugeschrieben; so hielt sie Anaxagoras, ebenso Archelaos und Demokrits) für glühende Felsklumpen. Die Begründung ist zwar bei den einzelnen Den- kern unbedingt der philosophischen Spekulation zuzuweisen, sie gründet sich aber auf die alltäglich zu beobachtende Erschei- nung der Meteorsteine. Sobald dieselben in den Gesichtskreis einer stärkeren Spekulation über Sternennatur und Himmels- gewölbe treten, verschieben sie nicht nur die ganzen alther- gebrachten Volksideen vom Wesen der Sterne selbst, sondern auch vom Himmel. Sie wecken die mit dem Fall von Meteor- steinen in konsequenter Weise in Zusammenhang gebrachte Vor- stellung vom steinernen Himmel. Allerdings ist diese Kombi- nation selten; außer den genannten Philosophen hat sie nur in religiösen Himmelsanschauungen nachhaltigen Einfluß gefunden, im Volke ist sie kaum lebendig gewesen. Auch bei Naturvölkern ist die Vorstellung vom steinernen Himmel und von den glühen- den Felsenmassen kaum anzutreffen. ¹³)

Die seither besprochenen Motive sind für den naiven Be- obachter der Sternenwelt diejenigen, die am meisten aus-

55) Colson a. O.= Wallonia 17 S. 322; in ähnlichem Sinne heißt dee A Sndstern la petite lune: Revue des trad. popul. 17 S. 340 u. 451 und

. 453.

56) Bechstein a. O. III 11. Dichterisch verklärt ist die Idee bei Herder, Parabeln l Sonne und Mond; hier wird das Licht des auf die Sonne neidischen Mondes zum Heer der Sterne.

57) Diels Vorsokratiker 2 a I 307, 18, 366, 31.

5s) Tylor a. O. II S. 71 nennt die Sulus; ihnen ist der blaue Himmel ein die Erde umgebender Felsen, an seiner der Erde zugekehrten Seite sind Sonne, Mond und Sterne. Auch die Arier haben sich den Himmel als Steinmasse gedacht, darauf deutet sct. â man aw. asmen. upers. âsmàân 7 Slein enrhand, womit sie das Himmelsgewölbe bezeichen. s. Schra-

er a. O. S.

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