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sprühen, VIII 555 werden die glänzenden Sterne mit den zahl- löosen troischen Wachtfeuern verglichen.
Die Beobachtung des Blitzes, seiner Entstehung und seiner Wirkung, zeitigt im Verein mit der Auffassung der feurigen Sternennatur die Nachforschung über die Art jenes überirdischen Feuers, nämlich ob es mit dem irdischen wesensgleich ist, oder ob ein besonderes kosmisches Feuer dort oben brennt, das mit dem irdischen keinerlei Verwandtschaft aufweisen kann. Die erstere Auffassung ist die ursprüngliche; von den troischen Wacht- feuern, die in der Ferne wie die Sterne in der Himmelsebene glänzen, zu dem ganz analog brennenden Sternfeuer ist das Zwischenglied sofort gegeben durch die Beobachtung, daß von dem herabstürzenden Sterne Funken sprühen. Nachdem einmal aus griechischem Munde diese Ansicht ausgesprochen war, ge- wann sie in der griechischen Volksseele festeren Halt und im Lauf der Jahrhunderte verschiedene Prägung. Dies gibt sich aus den Epitheta, die die Sterne bei Dichtern und Tragikern erhalten, sowie aus den speziellen Forschungen der älteren Philo- sophen und Astrologen, soweit sie ihre Anschauungen auf vor- handenen volkstümlichen Basen ausbauen, uns zur Genüge kund. Diese Varianten ins einzelne hier zu verfolgen, muß ich mir ver- sagen; sie werden eine eingehende Beleuchtung und Zusammen- stellung von Erwin Pfeiffer erhalten in seiner demnächst er- scheinenden Abhandlung: Studien zur Geschichte der antiken Astrometeorologie(Heidelberger Dissertation 1911).
Für die Skizzierung der naiven Ansichten der Sternennatur im Hinblick auf den dahinter stehenden ehernen Himmel, ge- nügt es mir, auf die beiden Zweiglinien dieser Feuernatur hin- gewiesen zu haben. Beide gehen bis auf unsere Tage hinein durch die Menschheit gleichwertig und gleichlebendig ihren Weg. Trotz- dem die Philosophen hierbei frühzeitig die naive volkstümliche Betrachtung der Himmelslichter auf höhere Bahnen gelenkt haben, lebt die Ueberzeugung, daß dort oben Lichter stecken, weiter. Ein deutlicher Beweis hierfür ist der antike Glaube, daß bei Geburt jedes Menschen ein Stern am Himmel angezündet wird, der mit seinem Tode erlischt. So rügt Plinius(nat. hist. II 28) den Volksglauben folgendermaßen: sidera quae adfixa diximus mundo, non illa, ut existimat volgus, singulis attributa nobis et clara divitibus, minora pauperibus, obscura defectis ac pro sorte cuiusque lucentia adnumerata mortalibus, cum suo quaeque ho- mine orta moriuntur nec aliquem exstingui decidua significant. Es interessiert uns zunächst nur der Teil des römischen Volks- glaubens, wonach also wirklich schwach oder stark brennende Lichter in den Sternen gesehen werden, die nur vorübergehende Existenzfähigkeit haben; der weitere sehr interessante und weit


