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1 (1912)
Entstehung
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hervor, aus der die Sterne ähnlich herausleuchten, wie auf un- seren irdischen Gefilden. Wir treffen öfters auf diese Idee der leuchtenden Himmelswiese oder des blumenreichen Himmels- gartens. So heißt es im wallonischen Volksglauben vom Monde, daß er während des Tages schläft, nachts aber:se promène dans un jardin tout fleuri.soe) Auch die kindliche Auffassung einiger Indianerstämme, wonach die Sterne Kürbissesi) sind, zeigt uns denselben Grundgedanken. Ebenso kehrt das Problem wieder, wenn besonders schöne Blumen direkt den volkstüm- lichen Namen der Sterne erhalten haben, wie wir es z. B. in der Aster, der Stella, der Sternblume vor uns sehen. Es mag wohl in der Benennung von hervorragend schönen Blumen mit strahlen- förmiger Bildung auch im Altertum ein ähnlicher Gedanke mit- gesprochen haben, wie ihn ein englischer Dichters²) ausspricht, wenn er die Blumen herabgefallene Sterne nennt.

Damit müßten wir eigentlich die seither befolgte Methode, die unter dem eisernen oder ehernen Himmelsschilde ent- stehenden Sterndeutungen zu verfolgen, aufgeben, doch haben wir zuvor noch einen Ausblick in nahverwandte Vor- stellungskomplexe zu tun, die aus der eisernen Himmelsrinde sich herausgelöst haben. Auf gleicher Stufe mit der Anschau- ung von den Himmelsnägeln steht die, mir allerdings nur aus christlicher Zeit bekannte, Erklärung der Sterne als an dem Firma- ment aufgemalte Punkte. So wird aus Frankreich der Volks- glaube mitgeteilt, daß die Sterne aufgemalt sind, ganz wie in den Kirchen die Sterne oben an der Decke angebracht sind. ²³) Sie bleiben bei Tage, wo sie sind und wie sie sind, werden nur von der Sonne überstrahlt. Sehr hübsch ist der Gedanke auch von Paul Gerhard in dem bekannten Kirchenlied zum Ausdruck

gebracht: Der Tag ist nun vergangen,

Die güld'nen Sternlein prangen Am blauen Himmelssaal. Großen Anklang hat diese Idee von der Himmelsmalerei nicht gefunden, als Gegenstück kann ich noch auf folgende deutsche FErklärung einer Kometenerscheinung hinweisen, die 1682 von

3⁰) Colson, Astronomie populaire= Wallonia 17 S. 230. ) K. Th. Preuß, Die religiösen Gesänge u. Mythen einiger Stämme d. mexikan. Sierra Madre= Arch. für Religionsw. XI(1908) S. 380. ) Zitiert von A. F. Chamberlain, Die Natur u. Naturerscheinung in der Mythologie u. Volkskunde der Indianer Amerikas= Am Drquell VI 83, die Verse lauten: The flowers are stars dropped lower, Our daily path to light; In daylight to lead us upward As those jewels do at night. 33) Wallonia 17 S. 230.