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Benennung führt sie auch auf dem im Jahre 1857 eingeführten Dienstsiegel, selbstverständlich ohne dass dadurch ihre progymnasiale Bestimmung eine Änderung erfuhr.
Durch Allerhöchstes Dekret vom 9. Mai 1840 wurde Dr. Joseph Winterstein, vorher Direktor der Realschule zu Michelstadt i. O., zum Direktor und ersten Lehrer an der höheren Bildungs- und Realschule zu Alzey ernannt. Er hat die ihm anvertraute Schule vom ersten Tage ihres Bestehens an bis zum Herbste des Jahres 1865, also fast volle 25 ‚Jahre unter oft schwierigen Verhältnissen und in bewegten Zeiten geleitet. Sie verdankt ihm ihre rasche Organisation zu einer vierklassigen Realschule, die er zu schützen und zu erhalten wusste. Seine Schüler bewahren ihm, dem anregen- den Lehrer der Mathematik und Physik, eine dankbare Erinnerung.
Bereits in der oben erwähnten Verfügung des Grossh. Oberschulrats vom 22. Januar 1840 war dem Gemeinderat der Auftrag geworden, ein für Unterrichtszwecke passendes Gebäude zu be- schaffen. Da em Neubau nicht so rasch hergerichtet werden konnte, wurde am’ 30. ‚Juni 1840 die dem Rentner Herrn August Römer gehörige, sogenannte„Schweizerei“«emietet und im Innern ent- sprechend hergerichtet. Es ist dies das in der Hellgasse gelegene, heute dem Schlossermeister Herr Blaul gehörige Wohnhaus Nr. 13. In diesem Gebäude war die Schule bis zum Bezuge des Neubaus, der wohl im Juni.1843 erfolgte, also etwa 2", Jahr untergebracht.
Um die Elternkreise über die neue Schule aufzuklären, liess der Direktor im Oktober 1840 ein Programm erscheinen, in dem er sich in kurzen Umrissen über Aufgabe, Einrichtung und Lehr- plan der Anstalt aussprach. Es wurde dem Intelligenzblatte des Kreises als Beilage angeschlossen, . und unter Hinweisung auf dieses Programm wurde durch den Grossh. Kreisrat Müller am 19. Novem- ber 1840 an sämtliche Bürgermeister des Kreises Alzey ein Rundschreiben mit dem Auftrage erlassen, ihre Gemeinden zu versammeln und ihnen die Bedeutung der neuen Anstalt für den ganzen Kreis zu erläutern.
Am 11. ‚Januar 1841 wurden die Aufnahmeprüfungen abgehalten, und die Schule selbst am 30. Januar 1841 mit 51 Schülern eröffnet. Eine besondere Eröffnungsfeier, wie sie von mehreren Seiten gewünscht worden war, fand nicht statt. Die neu angemeldeten Schüler‘wurden zunächst in 2 Klassen geteilt. Es bestand. nun die sogenannte Präparandenklasse, deren nach Alter und Kennt- nissen sehr von einander verschiedene Schüler in 2 Abteilungen getrennt waren, und eine zweite Realklasse oder Unterklasse. Sie wurden nach folgendem Lehrplane unterrichtet:
Ns— ne-———— Präparandenklasse: 1I. Realklasse:
Religion 3 2 Deutsch 6 5 Französisch 5 5 Lateinisch 4 5 Rechnen 5 Algebra:
— a(reometrie; Geographie 3 2
—= Zoologie 2 Schreiben: 2 Zeichnen 2 3 Gesang 2 2
33:8t: 34 St.


