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1 (1891) 1841 - 1866
Entstehung
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also volle 27 Jahre hindurch."Erst 1866 wurde er auf 750 Gulden erhöht.Die zweite Einnahme- quelle bildete das Schulgeld. Es betrug anfänglich für jeden Schüler 20 Gulden jährlich. Vom 1. Juni 1853 an wurde es auf 23 Gulden erhöht; übrigens wirkte diese Erhöhung auf den Besuch der Schule nieht gerade günstig ein. Drittens übernahm die Stadt die Verpflichtung, diejenige Summe aus städtischen Mitteln zuzulegen, die ausser dem Staatsbeitrage und ausser den Einnahmen an Schulgeld noch erforderlich sein würde.

Es war daher die Frequenz der Schule zugleich eine Finanzfrage der Stadt. Ging der Be- such zurück, so war ein erhöhter städtischer Zuschuss nötig, den man dann manchmal durch eine Verminderung der ausserordentlichen Ausgaben nicht gerade zum Vorteil der Schule auszugleichen suchte. So wurde aus Sparsamkeitsgründen nach dem Erscheinen des ersten Programms im ‚Jahre 1843 ein solches erst wieder im Jahre 1850 ausgegeben. Auch kam es vor, dass man durch Ver- minderung der Unterrichtsstunden in einzelnen Fächern und durch andere ähnliche Massregeln eine Herabsetzung des städtischen Zuschusses herbeizuführen beflissen war.(Gewiss waren die Erörterun- gen, die über derartige Vorschläge besonders weitgehend in dem stürmischen Jahre 1848 gepflogen wurden, nicht durch Gehässigkeit oder Übelwollen, sondern in erster Linie durch Umstände von all- gemeinerer Bedeutung veranlasst, deren Änderung nicht in der Hand der städtischen Vertretung lag. Es haben jedoch diese wiederholten Debatten über Budgetersparnisse dem Gedeihen der Schule em- pfindlich geschadet, da sie besonders auf dem Lande missdeutet wurden. Die Jahre 1848 1852 weisen im Vergleich zu den vorhergehenden ‚Jahren einen bedeutenden Rückgang des Besuches auf, ebenso das Schuljahr 1855/56. Im Schuljahr 1862/63 sank die Gesamtzahl der Schüler von 93 auf 76.

Der Staatsbeitrag von: 600. Gulden wurde bereits ‚vom 1. Januar 1839 an geleistet. Die gleiche Summe setzte auch die Stadt an. und zwar ebenfalls vom 1. Januar ‚1839, ab. Die Schule selbst wurde aber erst Ende Januar 1841 eröffnet und lieferte für die Zeit vom 1. Februar bis Ende Dezember d. ‚Js. eine Schulgeldeinnahme von 1245:Gulden.; Es konnte also im ‚Jahre 1841 ‚eine Summe von 4845 Gulden zum grösseren Teil für die vielfach, nötigen Neuanschaffungen verwendet werden... Die Übersichten über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben verzeichnen für 1842 und 1843 einen städtischen Zuschuss von 1852, beziehungsweise ‚von 3271 Gulden. Von 1844 bis ‚1861 berechnet sich der Durchschnittsbeitrag der Stadt aus den in den einzelnen Jahresbudgets. angege- benen Ansätzen auf 1767 Gulden.: Von: 1862 bis: 1866 erhöhte sich der. städtische Zuschuss; nicht unbedeutend und stieg im Jahre 1866 auf 2608 Gulden. Zu diesen Ansätzen kam später ‚noch. der nach Massgabe der Allerhöchsten Verordnung vom. 10. Dezember 1857. von. ‚der Stadt zu leistende Anteil an den Naturalvergütungen.

Vorstehende Angaben dürften beweisen, dass die Stadt nicht unbedentende Opfer für ihre Realschule gebraght, hat. Die finanzielle ‚Verwaltung desFonds der Anstalt selbst regelte sich nach den für den städtischen Haushalt geltenden allgemeinen Bestimmungen.

Den Wünschen der Bevölkerung von Alzey und dem Gange der Kammerverhandlungen ent- sprechend'äussert sich der'Grossh. Oberschulrat in einer an den Grossh. Kreisrat am 22. ‚Januar 1840 über Zweck und Organisation der neuen Anstalt erlassenen Verfügung:Der Zweck der höheren Bildines- und Realschule zu Alzey ist der einer erweiterten und höheren Schulbildung, als sie in den gewöhnlichen Bürgerschulen erlangt wird, namentlich also für realistische Bildung und als Vor- bereitungsschule für diejenigen Knaben, die sich den höheren Studien widmen wollen. Dieselbe wird also im allgemeinen nach dem Massstabe der Realschulen des Landes einge- richtet werden müssen, jedoch so, dass sie zugleich als Progy mnasium dienen kann. Es sollen vorerst zwei Klassen gebildet, und Knaben vom 10. bis.zum 15. Tiebensjahre aufgenommen . werden. Ein genauerer Stundenplan bleibe vorerst weiterem Benehmen mit dem Direktor vorbe-