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Staates dem Gedanken realistischer Bildung Vorschub zu leisten und die Gründung einer polytech- nischen Anstalt anzubahnen.
Linde gibt in seiner Übersicht des gesamten Unterrichtswesens im Grossherzogtum Hessen Seite 216 nachstehenden Lehrplan dieser drei Provinzialrealschulen an:
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Religion. 4 3 2 211 Deutsch 4 4 3 2.1.13 Französisch. 5 4 4 4. 17 Mathematik. 6 6 6 6| 24 Physik.—ı—|— 3 3 Naturgeschichte und Phone; 2 BERG, 4|| 12 (Geographie.. 4 3 2| 9 Geschichte|— 4 3 7 Zeichnen. 2 3 4 4|.13 Buchhalten.—|—-|— 2 2 Schreiben 3 2 2|— 7 Gesang 2 2. ‚\(einzelneimChor)| 5 32 30 30 30:11 123
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Englisch und Lateinisch waren fakultative Lehrgegenstände. Nur in seltenen Fällen erlernte ein Schüler beide Sprachen neben der französischen.
Aber auch in den kleineren Städten des Grossherzogtums regte sich das Bedürfnis nach höheren Schulen, zumal der Besuch einer Provinzialrealschule nur den Söhnen wohlhabender Eltern der damit verbundenen Kosten wegen möglich war. Da jedoch die Staatsregierung noch nicht von vornherein im klaren sein konnte, ob diese kleineren Realschulen auch ausreichend besucht werden würden und dauernd lebensfähig wären, so leistete der Staat zu den Kosten dieser Anstalten nur einen geringen Beitrag und überliess es den betreffenden Städten, mehr aus eigenen Kräften der- artige Schulen ins Leben zu rufen. Sie waren also hauptsächlich aus lokalen Mitteln gegründet und sollten lokalen Wünschen und Interessen dienen. Deshalb war ihnen sowohl in der Auswahl der Unterrichtsfächer als auch in der für diese Unterrichtsfächer anzusetzenden wöchentlichen Stundenzahl eine ziemlich weitgehende Freiheit gelassen.
Es ist ein rühmliches Zeichen für die damaligen Verwaltungsbehörden des. Kreises und der Stadt Alzey, an. deren Spitze die Herren Kreisrat Müller und Bürgermeister Peerrot standen, sowie im. allgemeinen für die damaligen Bewohner unserer Stadt, dass sie mit frischem Mute daran gingen, fast ausschliesslich aus eigenen Mitteln eine höhere Bildungsanstalt für ihre Söhne ins Leben zu rufen. Und wenn auch manchmal die Aufbringung der Kosten mit Schwierigkeiten verbunden war und als schweres Opfer drückend empfunden wurde,— alles in allem genommen hat die Stadt auch in den Zeiten finanzieller Bedrängnis, die bald nach dem Gründungsjahre eintraten, an ihrer Real-


