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2 (1885)
Entstehung
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genug zu rühmen wissen, viele Zeit seinen Angehörigen, besonders seiner innigst geliebten Mutter, die ihm bis zum Oktober 1868 erhalten blieb. Die Sorge für diese mochte ihn auch wohl abgehalten

haben sich früh einen eigenen Hausstand zu gründen. Erst 1870 schloss er seine erste Ehe, die

nach 3 ½ Jahren glücklichen Zusammenlebens durch den Tod der geliebten Gattin gelöst wurde; 1876 verheiratete er sich zum zweiten Male. Diesmal sollte er noch vor dem Ablauf des sechsten Jahres von der Seite der treuen Lebensgenossin und zweier lieber Kinder weggerissen werden.

Als Preime Ostern 1871 die Leitung der Schule übernahm, betrug die Zahl der Schüler bereits 395. Im Laufe der Jahre stieg sie dann mit denen der Vorschule bis zu 755, so dass die Direktorarbeit von Jahr zu Jahr wuchs. Und von vornherein war sie keine unbedeutende gewesen. So tüchtig als Pädagog, so vortrefflich als Organisator, so vorzüglich als innerer Leiter der Anstalt, der er seinen Geist einzuhauchen verstand, Kreyssig gewesen war, so wenig hatte er für Bureau- und Registraturarbeiten Sinn, die mit dem Direktoramt nun leider einmal verbunden sind. Er war sich selbst die lebendige Registratur gewesen und hatte dies wohl auch während der beiden Anfangs- jahre für sich sein können. Ein Nachfolger aber konnte ihn, den Abwesenden, nicht befragen, und so empfand Preime diesen Mangel besonders hart und legte daher um so mehr Gewicht darauf, demselben auf jede Weise abzuhelfen. Jetzt wurden erst, zum Teil mit Hilfe einzelner Kollegen, soweit diese die Bibliothek oder Sammlungen unter ihrer besonderen Aufsicht hatten, Inventare und Kataloge aufgestellt, ein Journal über die ein- und ausgegangenen Schriftstücke nachgetragen, Aktenfascikel angelegt und methodisch geordnet, die kleine üussere Ordnung, die doch auch nichts Kleinliches im Schulleben ist, hergestellt und durch stete Sorgfalt aufrecht erhalten. Wie sehr eine solche Beobachtung der Direktorgeschäfte neben der eigenen Lehrthätigkeit seine ganze Kraft in Anspruch nahm, das hatte Preime während des Jahres seines Provisoriums klar erkannt, das sprach er aus in seiner Antrittsrede vom 4. Mai 1872, indem er erklärte, dass er mit aller seiner Kraft für diese Schule leben und wirken wolle und nur für diese Schule, denn dass diese eine Sorge die volle Kraft eines Mannes erfordere, das habe er während des abgelaufenen Jahres erfahren.

Und dieses Verspreehen, nur der Schule zu leben, hat er treulichst gehalten. Gewissen- hafteste Pflichterfüllung hat er, wie er sie von anderen forderte, vor allen Dingen stets selbst

geübt. Wie er anderen die Gelegenheit gab durch Fortschreiten mit den Schülerklassen sich vor

einem Verknöchern, vor dem Mechanischwerden des Unterrichtens zu schützen, die Schüler selber immer genauer kennen und somit immer besser fördern zu lernen, so hat er selbst auch während der 10 Jahre seines Direktorats, ohne Rücksicht auf die immer grössere Mühe, die er sich dadurch machte, in den verschiedensten Klassen Unterricht erteilt, in Deutsch und Latein, in Geschichte und Französisch, wie er früher auch noch in Englisch und Geographie unterrichtet hatte. Hielt ihn einmal eine andere Pflicht, er war Mitglied einiger Prüfungskommissionen von der Schule fern, so widmete er derselben nachher um so mehr Zeit, und alles, was er neben der Schule that, stand doch in innigstem Zusammenhang mit derselben.

Wenn er für die Erweiterung der Berechtigung der Realschulen als Vorsitzender vom hiesigen Zweigverein des Realschulmännervereins in engeren Kreisen oder vor der Öffentlichkeit eine Lanze brach, so geschah es im Dienst der Schule. Wenn er im Kaufmännischen Verein aus dem Gebiete der altdeutschen Mythologie oder über die Verschiedenheit des Naturgefühls oder über Sprichwörter und Redensarten oder über Sprachsünden der Gegenwart Vorträge hielt, so waren