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2 (1885)
Entstehung
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diese seinen Studien für den Unterricht entsprossen und kamen dem Unterricht zu gute Der eine Stoff, über Sprichwörter und Redensarten, wurde auch von ihm noch ausführlicher in einem Schul- programm bearbeitet und zugleich in besonderem Abdruck im Verlage von Junghlaus veröffentlicht.

Ja, als er in der Zeit seiner zweiten Verlobung zusammen mit seiner Braut eine Nachweisung von in unserer Schulbibliothek enthaltenen Erläuterungen zu deutschen Dichtwerken und Aufsätzen zusammenstellte, da war diese zum Geschenk für das Lehrerkollegium der Realschule erster Ordnung bestimmt, ein Nachschlagebuch, das jedem Lehrer des Deutschen sofort angab, wo er Besprechungen für ein von ihm zu erklärendes Gedicht finden konnte.

Auch seine Muse, die früher mehr dem Freundeskreis, besonders dernamenlosen Gesellschaft, sich gewidmet hatte, trat jetzt in den Dienst der Schule, wenn er bei der Sedanfeier am 2. September 1876, nachdem er 3 Jahre zuvor schon einmal die Festrede gehalten, in schwungvollen Stanzen den Krieg von 1870 und den durch ihn gesicherten Frieden besang.

Es war dies kurz vor der Zeit, in welcher der Schule die Auszeichnung zu teil wurde, dass Prinz Heinrich von Preussen in die Obersekunda eintrat, um an einigen Unterrichtsfächern dieser Klasse teilzunehmen. Als Preime infolgedessen den roten Adlerorden 4. Klasse von Sr. Majestät dem Kaiser verliehen bekam, lehnte er, als er uns die Mitteilung machte, sein Verdienst bescheiden ab, indem er sagte, wie der Offizier ausgezeichnet werde, wenn seine Truppen sich brav geschlagen, so könne er diese Auszeichnung nur so auffassen, dass damit die Tüchtigkeit seines Kollegiums ihre Anerkennug finden solle.

Wie schon erwähnt, hatte sich unter Preimes Direktorat die Zahl der Schüler beinahe verdoppelt, so dass sie Ostern 1882 einschliesslich der Vorschule 755 betrug. Jetzt sollte ihm eine Erleichterung werden, indem die Vorschule unserer Anstalt und die der Realschule zu einem besonderen Körper vereinigt wurden; nur zwei Vorschulklassen blieben noch in unserem Schulhause und unter Preimes Leitung, bis sie Johannis 1882 eine andere Unterkunft fanden; da schnitt ihm der Tod die Möglichkeit grösserer Schonung seiner Kräfte, wie sie ihm, dem nun 10 Jahre im Amte selbst, 11 in der amtlichen Thätigkeit stehenden seine Kenntnis aller Akten, seine Übung im Beruf bei einer Entlastung von einem Drittel der bisherigen Schülerzahl hätte bieten müssen, in unerbittlicher Weise ab. Ein Karbunkel hatte ihn vom 31. Mai an 14 Tage zu Hause gehalten- Da schon Prorektor Heuser wegen schwerer Krankheit lange gefehlt hatte und nun zur Wieder- herstellung seiner Gesundheit zu einer Badekur beurlaubt war, litt es ihn, der so wenig gewohnt war von der Schule fern zu bleiben, nicht lünger zu Hause; am 12. erschien er wieder zu unser aller Verwunderung mit der noch offenen Wunde am Halse bei hässlichem Wetter in unserem zugigen Schulhause. Vier Tage gab er noch seinen Unterricht, besorgte er noch seine Berufs- geschäfte; als er am Vormittage des vierten in sein Haus zurückkehrte, ergriff ihn Schüttelfrost, so dass er kaum die Treppen zu seiner Wohnung ersteigen konnte, am Morgen des 19. Juni kurz vor 2 Uhr ereilte ihn der Tod.

Wir haben ihn tief betrauert. Ein einfaches Denkmal über seinem Grabe sollte der Anerkennung des Kollegiums für seine Thätigkeit Ausdruck geben, dies Bild hier soll unseren Schülern sein Andenken lebendig erhalten. Seine Pflichttreue soll unser Vorbild sein, das fernere Gedeihen der Schule, die, von Kreyssig geschaffen, unter ihm zu frischem Leben weiterentwickelt war, meiner Kollegen und mein stetes Ziel.