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2 (1885)
Entstehung
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Dabei sind die Moorlandschaften die trostlosesten Striche unseres Vaterlandes. Kein Strauch unterbricht diese unübersehbaren Einöden. Spärlich sind sie mit kurzem, schilfigem Moorgras und Binsen bewachsen, und stellenweise tritt braunes, übelschmeckendes Wasser zu Tage. Eine Totenstille ruht auf ihnen, die höchstens durch das Geschrei des Kiebitz oder den klagenden Laut des Moorhuhnes unterbrochen wird..

Meist sind diese Moräste 13 m, hie und da auch 6 m mächtig. Wehe dem Unkundigen, der es wagt, über solchen Boden zu wandern! Ohne die langen Bretterschuhe der Eingeborenen würde er an vielen Stellen unfehlbar in dem tiefen Moore allmählich versinken, wenn nicht bald Hilfe geleistet würde.

In diesen Mooren tritt uns die noch ungebändigte, freie Natur in ihrer ganzen Grösse entgegen. Da giebt es Stellen, wo wie auf hohem Meere der ebene Boden am Horizonte von einer Kreislinie umschlossen wird und kein Baum, kein Strauch, keine Hütte von der scheinbar unend- lichen Einöde sich abhebt. Auch die entlegenen Ansiedlungen, welche, im Birkengehölz verborgen, noch lange Zeit wie blaue Inseln in der Ferne erscheinen, sinken zuletzt unter diesen freien Horizont hinab.

Aber auch in diese öden Moorflächen ist die Kultur bereits eingedrungen, und Tausende von Hektaren hat sie bereits erobert. Freilich ist die Art der Kultur noch eine ziemlich rohe; denn sie beschränkt sich zum grössten Teil noch auf die seit dem 17. Jahrhundert eingeführte Methode des Moorbrennens.

Hierzu teilt man die zum Brennen bestimmte Fläche in grosse Parallelogramme von etwa 50 m Breite und mehreren 100 m Länge durch Gräben von etwa 3 m Tiefe und 1 ½ m Breite. Ein solches Parallelogramm wird dann der Länge nach in Entfernungen von etwa 5 m mit 3 6 dm preiten und über 6 dm tiefen Furchen durchzogen und längere Zeit dem Austrocknen überlassen. Darauf hackt man den Boden 36 dm tief und lässt den Acker so den Winter über liegen. Im Frühling wird der nur grob umgerissene Boden möglichst fein zerschlagen, bis er daun bei trockenem Wetter zerriebenem Torfe ühnlich sieht. Hierauf streut man an vielen Stellen glühende Kohlen auf den Boden, so dass bei mässigem Winde der ganze Acker in Flammen steht. Bald stehen tausende solcher Mooräcker in Brand und entsenden dicke Rauchwolken zum Himmel. Dies ruft die Erscheinung des Höhenrauches hervor, der bei Nordwestwind bis in weite Fernen des inneren Deutschlands getragen wird. So begann z. B. das Moorbrennen im Jahre 1857 am 6. Mai in der Gegend von Emden und dauerte mit Unterbrechungen bis Ende Juni fort. Am 10. und 11. Mai hatte man den Rauch, der nach Prestels Untersuchungen bis wenigstens 600 m., ja, über dem Bourtanger Moore bis zu 6000 m aufstieg, in Ansbach; vom 16. bis 18. Mai in Hannover, Münster, im Siebengebirge, in Köln, Bonn, Frankfurt, Gera, Neukirchen; am 17. und 18. Mai in Wien, am 18. und 19. in Dresden, am 19. in Krakau. Und als im Juli 1863 zu ungewöhnlicher Zeit in Ost- friesland Moor gebrannt wurde, kam der Moorrauch bis über den Genfer See.

Ist das Wetter nun günstig, so wird ein Acker in einem Tage hinlänglich durchgebrannt, und man säet sofort Buchweizen in die heisse, ja, noch glühende Asche. Die Schalen der Körner müssen, wenn es gut sein soll, in der Glut knistern. Im ersten Jahre lohnt der Boden die angewandte Mühe reichlich, aber mit jedem Jahre wird trotz des wiederholten Brennens die Ernte schwücher, und nach 6 Jahren ist die Kraft des Bodens für Buchweizen völlig erschöpft. Man säet