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Diese Insel nämlich, welche etwa 1,8 km breit und 7,5 km lang ist, besteht noch nicht 100 Jahre. Ihr südliches Ende ist bereits bedeicht und hat gutes Weideland, wührend der nördliche Teil als Schlickplatte ausläuft.
Vor der Jade erstreckt sich dann der hohe Weg bis zu dem Inselchen Altmellum. An der Wesermündung finden wir unterhalb Blexen den Langlütjensand und die Robenplate, wodurch die Wesermündung in zwei Arme geteilt wird. Rechts davon liegt die Wurster Watt und hinter derselben das Land Wursten, Hadeln und Kehdingen. Wir betreten hiermit ein Gebiet, das, früher beständig überflutet, heute in fruchtbare Landschaften umgewandelt ist.
Das Land Wursten, das sich bis zum Aufhören der Deiche im Gebiete von Ritzebüttel 39 km weit nach Norden erstreckt, hat eine Breite von etwa 7,5 km. Schon sehr frühe wurde es von Friesen besetzt, von denen auch die Deichbauten herrühren. öfter allerdings wurden die Deiche zerstört, jedoch immer von neuem erhöht und verstärkt aufgebaut. Heute ist nur noch ein Teil der alten Deiche im Gebrauch; denn seit Anfang dieses Jahrhunderts war ausserhalb dieser Strecke eine so beträchtliche Fläche Land angewachsen, dass die Einwohner es einzudeichen beschlossen. Ihnen gehört hier das gewonnene Land. Das Gebiet aber zwischen dem verlassenen alten und dem neuen Deiche heisst seitdem Neufeld oder das neue Land Wursten. Auch diese Deiche wurden seit der grossen Flut vom Jahre 1825 bedeutend erhöht und verstärkt. Seitdem aber hat sich an der nordwestlichen Küste gegenwärtig auf einer Länge von über 7,5 km neues Land gebildet, das nach Norden hin bis zu 1,8 km an Breite zunimmt. Man gedenkt es einzudeichen.
Ostlich vom Lande Wursten folgt dann an der Nordspitze zwischen Weser und Elbe das Land Hadeln, das gleich dem Harlingerlande ein zugeschlemmter Meeresbusen ist. Es ist dies ein äusserst fruchtbares Gebiet von 5 ¾ ◻ Meilen, 31625 qkm, Flächeninhalt, vorzüglich in seiner nördlichen Hälfte, die höher liegt als die zu früh eingedeichte südliche.
Das Land Kehdingen ferner, so genannt von den Deichen, die in einigen Gegenden Kaje, gleich dem französischen„quai“ heissen, bezeichnet die reichen Marschen am westlichen Ufer der Elbe. Zum grössten Teile ist es dem Meere abgerungen. Seine Länge beträgt 30 km, während seine Breite zwischen 7,5 und 3,8 km wechselt. Freiburg ist sein Hauptort, oberhalb dessen auch die letzte grösste Elbinsel, das unbedeichte Krautsand, liegt. Lange Zeit wurde diese Insel nur zur Weide benutzt; viele Flussarme durchzogen sie, bis sich im 17. Jahrhundert hier Kolonisten nieder- liessen und das Land kultivierten.
Am schlimmsten aber sind unsere Küsteninseln daran, die durch das Ein- und Ausströmen der Flut durch die sogenannten Seegaten arg mitgenommen werden. Und weil sich nicht überall so grossartige Bauten, wie sie in der neueren Zeit zum Schutze Norderneys aufgeführt worden sind, wegen ihrer Kostspieligkeit durchführen lassen, so wollen wir hoffen, dass die Inseln als erste Wellenbrecher sich so lange halten werden, bis die auf alle Weise zu befördernde Beschlickung der dahinterliegenden Watten die sämtlichen Inseln landfest gemacht haben wird. Ist dieses erfolgt, dann werden die durch die Seegaten eindringenden Fluten abgehalten und die dadurch wesentlich bedingten Verheerungen beseitigt sein. ¹¹²)
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212) Guthe, Die Lande Braunschweig und Hannnover, p. 36, 109, 111, 158, 160.


