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und Esenshamm vorüber eilte und in der Feldmark Seefeld in den Jadebusen mündete. Dieser Arm ist jetzt noch als das Braker Sieltief wohl zu erkennen. Die letzte Durchdämmung erfolgte 1531 bei Harien.
Die Hete, ein dritter Arm, der mit dem Lockfleth zusammen die Insel Stadland einschloss, kam ebenfalls als ein ziemlich breiter, schiffbarer Fluss, vielleicht mit mehreren Armen, aus der Weser und floss vereint mit der Ahne in den Jadebusen. Sie wurde 1450 pei Moorsen und später bei Atens zugedeicht und dadurch Butjadingen landfest gemacht. ⁹)
Diese Anderung des Weserlaufes und das Zusammendrängen der Wassermassen in ein einziges Bett hatte seine Folgen. Der Strom grub sich ein erweitertes Bett, unterwusch nach dem bekannten Doveschen Naturgesetz, dass alle auf der nördlichen Halbkugel nach Norden strömenden Flüsse ihr rechtes Ufer unterspülen, sein rechtes Ufer, so dass Inseln, welche noch im 17. Jahrhundert in der Mitte der Weser lagen, jetzt am oldenburgischen Ufer landfest geworden sind, an dem rechten Ufer aber bedeutende Ausdeichungen haben stattfinden müssen. So musste 1419 die Kirche von Sandstedt verlegt werden, und nach Zudämmung des Lockflethes gingen vier Dörfer gänzlich verloren.
Dieselben Veränderungen sind mit der Elbe vorgegangen. Sowohl der Fluss selber hat sein Bett verändert, wie auch ganz besonders die Anwohner ihm seinen Lauf vorgeschrieben haben.
Die Elbe selbst mündete in den ältesten Zeiten in die heutige Wesermündung, wie auch die Weser einst als Ems, die Oder als Elbe, die Weichsel als Oder in das Meer flossen. Unter dem 52°nördlicher Breite ist für alle diese Flüsse der charakteristische Wendepunkt.*⁰)
Vor allem sind es die Hamburger gewesen, die mit bewundernswerter Energie und Ausdauer und durch Jahrhunderte hindurch fortgesetzte Zudeichungen und dergl. den Hauptarm der Elbe an Hamburg herangezwungen und sich den vielleicht günstigsten Handelshafen auf dem Kontinente geschaffen haben.
In früher Vorzeit nämlich scheint sich die Elbe von der Spitze bei Schulau unterhalb Blankenese in eine grosse Zahl von Armen gespalten zu haben, welche bis zum offenen Meere hin ein buntes Gewirr von Inseln bildeten, die bald vom Strome geschaffen, bald wieder zerstört wurden. Das alte Ufer eines solchen Armes ist in Holstein und Schleswig bis hinauf nach Ripen als ein mit Dünen bedeckter Abhang der Geest gegen die Marsch noch wohl zu erkennen. Das Volk nennt ihn Cleve oder Clove. Die Marschinseln sind dann landfest geworden, als unter dem Einflusse der veränderten Flutrichtung der Fluss sich mehr nach Nordwesten wandte.
Die jetzige Flussrinne ist durch regelrechten Deichbau gebildet und dadurch einer weiteren Zersplitterung derselben vorgebeugt worden. Hamburg hat sich dabei das grösste Verdienst erworben. Durch Deiche sind die beiden Arme Dove- und Goseelbe abgeschnitten, und der Arm des Flusses, der früher geradlinig durch die Vierlande floss, hat sich mit dem Hauptarme vereinigt und fliesst zwischen Hoge und Zollenspieker hindurch. Dove- und Goseelbe, die nur zur Flutzeit von unten herauf Wasser bekommen, bilden die Billwerder Elbe. Dann haben die Hamburger durch Eindeichungen dem Reiher- stiege, einem Elbarme, die Wassermassen entzogen und dem Kohlbrand, der direkt auf den Hafen von Altona hingeht, zugeführt. 7¹)—
Aber fortgesetzt bedarf der Strom noch der Beaufsichtigung und der Korrektionen, damit Ver- sandungen verhütet und, wo es nötig ist, neue Eindeichungen vorgenommen werden.
69) Guthe, Die Lande Braunschweig und Hannover, p. 28, 116 ff., 406 fl.— Vergl. Spruner-Menke, Karte No. 39. ⁰) O. Peschel, Neue Probleme der vergleichenden Erdkunde, p. 114. 711) Guthe, Die Lande Braunschweig und Hannover. p. 85 ff.


