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1 (1884)
Entstehung
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schmücken konnten. Auch werden reiche Klöster erwähnt, von denen das eine, Palmar, 190 Mönche ernähren konnte.

Das Land wurde zwar noch nicht sofort vollständig aufgegeben; denn Torum stand noch zum Teil im Jahre 1507, und es mochte bis dahin auf den etwas höher gelegenen Stellen Sommerweide getrieben werden, allein die alte Herrlichkeit war verschwunden. Die Dämme, die aufgerichtet wurden, zerstörte das Meer, und man war gezwungen, mit jeder neuen Deichlegung weiter ins Binnenland zu gehen. Erst 1539 wurde ein Damm errichtet, der stark genug war, um das weitere Umsichgreifen des Meeres zu hindern. Die Ufer waren um zehntausend Schritte zurückgerückt. Zwei Flüsse, welche diesen Landstrich bewässerten, die Tiam und Eche, verschwanden dadurch aus der Reihe der Flüsse. ²⁰)

Die Entstehung des Dollart hat auch verursacht, dass die Ems ihren Lauf gänzlich verändert hat. Statt wie sonst östlich und nördlich um die Insel Nesserland, die vordem mit Reiderland zusammen- hing, herum und dicht an Emden vorbeizufliessen, hat sie sich einen geraden Weg nach Westen gebahnt und fliesst jetzt an Nesserland südlich vorbei. Zugleich auch sind mit dem ganzen Küstenlande nebst den vorliegenden Inseln grosse Verüänderungen vorgegangen. Die Ems, welche jetzt von Reide nord- westlich fliesst, teilte sich wahrscheinlich, indem sie die Insel Borkum zwischen ihre Mündungen fasste, bei Knock in zwei Arme, von denen der östliche, jetzt verschwundene, durch das Land der heutigen Amter Emden, Pawsum und Norden strömte und zwischen Juist und Nordernei zu der Zeit ins Meer fiel, als die Insel Borkum und Juist noch unter sich und mit dem verlorenen Bant und Buisse nur eine einzige Insel bildeten. Arends meint, das Zerreissen sei pei einer grossen Flut 1170 erfolgt, und es sollen Nachrichten da sein, dass Bant und Borkum noch im 9. Jahrhundert zusammenhingen.)

Weil nun nur noch ein Teil des Stromes sich im alten Bette nach Emden wandte, schlug die Stadt, damals reich durch blühenden Handel, seit dem Jahre 1583 von Nesserlande nach Pogum hin ein gewaltiges Hoeft durch das neue Bett von wenigstens 600 m Breite. Grosse, in doppelter Reihe eingerammte Masten von Eichenholz bildeten die Dämme. Aber das Werk wurde vernachlässigt wegen Streitigkeiten mit benachbarten Städten und seit 1632 dem Meere preisgegeben. Nunmehr ergoss sich der Strom ungehindert von Pogum aus westwärts, und das alte Bett der Ems verschlammte. Gegen- wärtig ist von demselben keine Spur mehr zu sehen; Nesserland ist landfest geworden, Emden liegt eine Stunde von der Ems, und wo einst stolze Handelsschiffe auf dem Strome schwammen, da braust jetzt die Lokomotive durch die Gegend dahin.

Weiter nach Osten folgt dann auf den Dollart die Leybucht, ein kleiner Meerbusen, welcher im 13. Jahrhundert entstanden sein soll.

Im Amte Esens, der Insel Langeroog gegenüber, ging 1177 das Dorf Otzum unter, dessen Kirchturm von behauenen Flintensteinen gebaut gewesen sein soll. Westlich davon wurden die beiden Kirchdörfer Bense und Oldendorf 1570 am Allerheiligentage von den Fluten verschlungen.)

Weiter östlich im Amte Witmund hatte das Meer einen drei Stunden langen Busen vom Neu- harlinger- bis zum Friederikensiel in Jeverland eingerissen, die Harlinger Bucht genannt.)

6) Guthe, Lehrbuch der Geographie, p. 169 ffl. Guthe, Die Lande Braunschweig und Hannover, p. 26 ff. Daniel, Deutschland, I. p. 4. Hellwald, Die Erde und ihre Völker, II. 6, 90. v. Hoff, Natürliche Ver- änderungen der Erdoberfläche, I. p. 358. Arends, Ostfriesland und Jever, I. p. 76, 94, 155. Reclus-Ule, Die Erde und ihre Oberfläche, II. 123.

) Arends, Ostfriesland und Jever, I. p. 281, 317. Guthe, Die Lande Braunschweig und Hannover, p. 199, 209, 210.

) Arends, Ostfriesland und Jever, II. p. 7.

) Arends, Ostfriesland und Jever, II. p. 41.