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Setau(1781). Genau so wie er sich gegen das Transkribieren der Laute wendet, sagt er, auch Regeln, die angeben,„wie man den Mund, die Zunge, die Lippen, und die Backen bewegen, und mit wieviel Wind jeder Ton herausfahren soll“, seien unbrauchbar.¹)
In den um jene Zeit erschienenen englischen Grammatiken finden sich wahrscheinlich für all diese Versuche, dem Schüler die fremde Aussprache beizubringen, analoge Beispiele. Anhangs- weise sei hier nur eine Bemerkung aus der französisch-englischen Grammatik von Rogissard (1734) mitgeteilt. Es wird darin nicht die Hervorbringung einzelner Laute beschrieben, sondern allgemein auf die Eigentümlichkeit der englischen Artikulation hingewiesen: Les Anglois mouvrent gue fort peu la bouche en parlant, et ils ne se servent presgue que du bout de la langue, des levres et des dents pour prononcer leurs mots. Und ganz zutreffende Beschreibungen über die Hervor- bringung einzelner Laute, z. B. des stimmhaften th, finden sich auch in der nach den Grundsätzen der Meidingerschen Grammatik abgefaßten Englischen Sprachlehre des Erlanger Lektors Joh. Christian Fick(1797).²) Doch hält dieser Autor andererseits die mündliche Unterweisung gerade für den Ausspracheunterricht für unerläßlich. Denn in der Vorrede zur 1. Auflage seines Englischen Lesebuchs(1800) ³) sagt er, der Lehrer habe beim ÜUnterricht darauf zu achten,„daß er die Aussprache des Lernenden durch eigenes Vorlesen, und vermittelst des Gehörs, verbessere und verfeinere; weil unser deutsches Alphabet selten hinreicht, die Aussprache genau zu be- zeichnen.“ Mit diesen Worten lehnt Fick auch die Transkriptionen ab, sofern sie nicht bloß Hülfsmittel für den Ausspracheunterricht neben der mündlichen Unterweisung bleiben.
¹) In seiner„Franz. Sprachlehre für die Deutschen“(1787) führt er folgendes Beispiel einer solchen zwecklosen Laut- beschreibung an:„um das auszusprechen, muß sich die Zunge von beiden Seiten gegen den Gaumen erheben, und einen kleinen Kanal bilden, durch welchen die Luft aus dem Munde gestoßen wird.“
²) Vgl. die Beispiele bei Beck a. a. O. 106.
3) Die 4. Aufl. dieses Lesebuchs findet sich zusammen mit des Verfassers„Prakt. Engl. Sprachlehre“(13. Aufl., 1820) unter dem Gesamttitel„Theoretisch-praktische Anweisung sur leichtern Erlernung der Engl. Sprache“ in der Roth-— schild-Bibliothek zu Frankfurt a/M.(Signatur: Or 375).


