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3,[1] (1897) Römische Inschriften des Mainzer Museums / zsgest. von K. Körber. Mit 100 Zinkätzungen nach Faks.-Zeichn. von Heinrich Wallau
Entstehung
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Dem Vitalinius Salutaris, Reiter der zweiundzwanzigsten Legion, der erstgeworbenen, haben seine Gattin Q(uintinia?) Quintina und seine Kinder Salutaria Victorina, Salutarius Victorinus und Salutarius Victor(diesen Sarg) machen lassen.

Z. 1 a. E. stand entweder bloss PR(primigeniae), wie oben an- genommen, oder die letzte Senkrechte ist zu P zu ergänzen, dem dann wohl ein kleines F untergeschrieben war(primigeniae piae Jidelis). Z. 2 a. A. ist Q. wahrscheinlich Abkürzung des Geschlechtsnamens, denn Q(uaestori) ist nach equiti nicht gut möglich. Die Inschrift bietet einen hübschen Beleg für die eigentümliche Namenbildung, dass Kinder(und Freigelassene) ein nach dem Cognomen des Vaters(oder Patrons) gebildetes Gentile haben. Dabei sind die Cognomina aller Geschwister, wie das oft der Fall ist, von einem Stamm gebildet. Der Sarg stammt wohl aus dem dritten Jahrhundert n. Chr., um dessen Mitte die Brandgräber durch Skelettgräber verdrängt werden. Der letzte datierte Stein, auf dem die 22. Legion vorkommt, ist der Annianus-Stein(verg]. Nr. 1) v. J. 242; über- haupt erwähnt wird sie zuletzt auf einer Münze des Carausius(287293) (vergl. Cohen, 149). Freilich stand sie wohl bis zum Ende der Römer- herrschaft in Mainz, aber die sorgfältige Arbeit spricht gegen das vierte Jahrhundert.

Vergl. Zangemeister, Westd. Zeitschr. XI, 291.

54. Grabstein des Kärtners Catulus, gefunden am 30. April 1895 beim Bau des Hauses Petersstrasse Nr. 8. Kalkstein. H. 68(an der vorderen Fläche nur 58), Br. 70, D. 50 cm. Der Oberteil fehlt.

65 2.... Catulus, Viruno, mil(es) leg(ionis) XXII]

CXTVI. S) Pr(imigeniae), an(norum) L. V, stip(endiorum) IXXX, hlic) s(itus) e(st): h(eres) faciendum)

c(uravit).

.... Catulus aus Virunum(j. Zollfeld bei Klagenfurt in Kärnten), Soldat der zweiund- en. zwanzigsten Legion, der erstgeworbenen, 55 Jahre alt, 30 im Dienste, liegt hier begraben. Sein Erbe liess(ihm diesen Grabstein) fertigen.

. Z. 1 ist von dem Querstriche des T nur noch der rechte Apex schwach sichtbar; ebenso ist Z. 4 das mit P gebundene I in dem Worte STIP nicht mehr sehr deutlich, aber doch wohl sicher.

Der Stein stammt aus den Jahren 43 70, wo die 22. Legion zum ersten Male in Mainz stand; darauf führt der Umstand, dass die Legion nur primigenia, nicht auch pia jidelis heisst(s. z. Nr. 51) in Verbindung mit der Anwendung der Formel H-S.E, die auf rheinischen Denkmälern nur im ersten Jahrhundert vorkommt.

Vergl. Körber, Korrbl. d. W. Z. XIV, Sp. 84.

. 55. Bruchstück von dem Grabstein eines Unbekannten. Alter Bestand. Kalkstein. H. 25, Br. 27, D. 8 em.