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staben ES. Da ARESACES deutlich ein Wort ist, und dann publice folgt, so wird es eine geographische Bezeichnung und vicani davor zu ergänzen sein(ist es nicht ein ganzes Wort— vergl. die matres Arsacae, Bramb. C. I. Rh. 1969—, so kann kein anderer Buchstabe als L voraus- gegangen sein). Diesen wicani gehörte der Tempel und sie setzten den Stein auf Gemeindekosten.— Inschriften, die sich auf den Mars Leucetius oder Loucetius beziehen, sind ausserdem noch bei Marienborn, bei Worms und in England gefunden worden. Herr Pfarrer Dr. Falk, jetzt in Klein- Winternheim, übersandte mir vor einiger Zeit eine handschriftliche Notiz eines gewissen N. Fleck(jetzt in Nackenheim), laut welcher auf einem ebenfalls„im Füllkeller“ gefundenen, aber mit dem unsrigen nicht iden- tischen Steine in zwei Zeilen die Buchstaben: RTI mit Blume als Punkt und VCETIO gestanden haben. Dieser Stein war später in Ober-Olm eingemauert, ist aber jetzt verschwunden.
Vergl. Brambach C. I. Rh. 925, Becker 105, Zangemeister, Korrbl. d. Westd. Zeitschr. VII, Sp. 116. A. 1.— Ergänzung und Erklärung nach v. Domaszewski.
Legionsbausteine.
30. Bauurkunde der ersten Legion, bis zum 5. Januar 1895 neben dem Eingange der hiesigen Citadelle eingemauert, dann als Geschenk der Militärbehörde in das Museum verbracht. Kalkstein. H. 50, Br. 116 cm.
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V
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Legio) I adiut(riw), = L(uci) Flavi Pu- dentis.
Die legio I adiutrir stand etwa vom Jahre 70 n. Chr. an mehrere Jahre lang in Mainz. Dass so viele Bausteine dieser Legion und der lagio AIIII gemina Martia pietric, welche mit den beiden letzten Beinamen in den Jahren 70— 90 hier war(während ihres früheren Aufenthaltes 14— 43 führte sie nur den ersten), in Mainz gefunden werden, darunter zwei(Becker, 293 und Nr. 35 dieses Nachtrags, vergl. auch Nr. 40) in der Mauer, in welcher nur Reste des Praetoriums vermauert sind, deutet darauf hin, dass in der flavischen Zeit ein vollständiger Umbau des Lagers und des Praetoriums stattgefunden hat. Mainz ist während des batavischen Aufstandes nicht genommen worden(Tac. h. IV, 61), geriet aber in harte Bedrängnis(Tac. h. IV, 37). Wahrscheinlich war das Lager, wie das in gleicher Zeit ent- standene Vetera ohne Rücksicht auf die Möglichkeit einer Belagerung an- gelegt(Tac. h. IV, 23), so dass eine Erneuerung der Befestigung notwendig
wurde.
Vergl. Brambach C. I. Rh. 1102 und Körber, Korrbl. d. W. Z. XIV, 94; für die Anmerkung: Ritterling, Westd. Zeitschr. XII, 115, v. Doma- szewski, W. Z. XIV, 62, Anmerkung 258.
Die erste Legion, die Helferin; die Centurie des Lucius Flavius Pudens.
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