Druckschrift 
3,[1] (1897) Römische Inschriften des Mainzer Museums / zsgest. von K. Körber. Mit 100 Zinkätzungen nach Faks.-Zeichn. von Heinrich Wallau
Entstehung
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Geweiht(wurden die Standbilder) unter dem Consulate des Cilo und Libo(im Jahre 204).....

Z. 1. a. A. Fuss von dem rechten Schenkel eines A. Z. 2 a. E. ist eine Senkrechte noch im Bruche sichtbar; desgleichen Z. 3 a. A. Rest eines oben nach links gerichteten Buchstabens. Z. 4 ist vollständig ausgemeiselt. Z. 5 ist auf dem neugefundenen Stück ganz unten noch ein Buchstaben- rest erhalten(von dem N in ordines, wie es scheint). Zeile 6 gehört coh. prima der Buchstabenverteilung nach auch zur zweiten Columne. Unter Kaiser M. Aurelius hatte die Cohorte acht Centurionen(vergl. C. J. L. VIII, 18,065, und v. Domaszewski, W. Z. XII, Nr. 147), unter Sept. Severus kann sie recht wohl deren elf gehabt haben. Der evocatus, der nach Analogie der eben erwähnten Inschrift sicher auch hier genannt war, ist ein seit Hadrians Zeit den Legionen der Provinz zugeteilter Offcier, welcher die militärischen Neuerungen, die man in Rom im Praetorium des Kaisers anzuwenden oder zu erproben für gut fand, auf die armaturae, die Exerciermeister, der Legionen und somit auf die Provinzialheere übertrug. Die beiden hier genannten Centurionen Volusius Verus und Valerius Alexander werden auch auf zwei im Jahre 1858 auf dem Kästrich gefundenen Altären(Brambach, C. I. Rh. 1024 und 1025, ersterer jetzt in Wies- baden) erwähnt. Z. 7 und 8 a. A. sind die beiden A nur sehr schwach sichtbar. Becker sah im Jahre 1875 an ersterer Stelle ein mit A gebundenes V; von einem solchen ist jetzt nur noch der Kopf eines Schenkels vor- handen. Es wird nicht mit A verbunden und das von Becker davorgesetzte Q nie vorhanden gewesen sein, wenigstens hat derselbe Becker es im Jahre 1859(Mainzer Zeitschr. II, 192) nicht gesehen, auch wäre es auffallend, wenn nur ein Centurio mit Praenomen versehen gewesen wüäre. Verloren ist jetzt das von Becker Z. 10 noch gesehene MA; von den Buch- staben RN dieser Zeile sind nur noch die Füsse da.

Unsere Bruchstücke gehörten zu einem grossen Sockel, der, wenn die Centurionen aller 10 Cohorten der Legion, wie es scheint, nebeneinander aufgeführt waren, mehrere Meter breit war. Er trug, wie v. Domaszewski bereits erkannt hatte, ehe das obere Stück mit den Kaisernamen auf- gefunden war, die Standbilder des Septimius Severus, seiner Söhne Caracalla und Geta, sowie seiner Gemahlin Julia Domna. Die Eltern werden in der Mitte gestanden haben. Der Name des Geta ist später auf Caracallas Befehl, nachdem dieser ihn im Jahre 212 ermordet, wie überall im Reich, so auch auf diesem Denkmal getilgt worden. Errichtet wurde dasselbe von der Gesamtheit der Centurionen der Legion. Ausser dem Statthalter, dem Legionslegaten, sowie dem nächsthöchsten Officier, dem tribunus laticlavius, und dem höchsten aller Centurionen, dem primus pilus, hat nur die Gesamtheit der Tribunen und die Gesamtheit der Centurionen das Recht, Altäre und Statuen innerhalb des heiligen Bezirks zu setzen. So war auch unser Sockel, bestimmt für die Genien des Kaisers und der Kaiserin, aufgestellt im Fahnenheiligtume der Legion.

Vergl. Bramb. C. I. Rh. 1038, Becker 114; die Zusammengehörigkeit des neu gefundenen Stückes mit den alten erkannte v. Domaszewski; vergl. ausserdem v. Domaszewski, Westd. Zeitschr. XIV, 32 f., 69(m. A. 276) und 111.

26. Bruchstück einer Ehreninschrift auf Kaiser Trajan, gefunden am 17. Juli 1896 bei Kanalisierung der grossen Kirchstrasse in Kastel. Geschenk der Bürgermeisterei Kastel. Kalkstein. H. 45, Br. 33, D. 7 cm. Vielleicht war die Platte unter einem Trajans- Denkmal angebracht, dessen Sockel man in nächster Nähe an der Nordseite der alten römischen Strasse 50,75 m von der Mauer des Castrums entfernt auffand.