II. Kaiserinschriften, Meilensteine und Bauinschriften.
24. Bruchstück einer Bauinschrift, angebracht am Architrav des Fahnenheiligtums des Mainzer Legionslagers, gefunden am 26. September 1896 in der unter der Erdaufschüttung des Walles östlich vom Gauthor entdeckten mittelalterlichen Stadtmauer. Geschenk der Militärbehörde. Sandstein. H. 31, Br. 39, D. 100 cm. In den Buchstaben sind noch Reste roter Farbe er- halten, über welcher der auch sonst stellenweise erhaltene weisse Stucküberzug sichtbar ist.
3 Imp(erator) Caes(ar) oder Imp(eratores) Cues(ares)[......]J leg(ioni) AXII pr(imi- geniae) p(iae) flideli) dono) ddedit) oder d(ede- runt) ded(icante)..... le³(uο) Aug(usti) oder Aug(ustorum) pr(o) pr(uetore)].
Der(oder die) Imperator(en)...... hat (haben) der zweiundzwanzigsten Legion, der erstgeworbenen, pflichttreuen und zuver- lässigen,(dieses Bauwerk) zum Geschenke 1: 10 gemacht. Geweiht hat es der Kaiserliche Statthalter.....
Links scheint nichts zu fehlen, obschon eine Randleiste nicht mehr vorhanden ist. Die Tiefe des Steines(1 m!), sowie die geringe Höhe im Vergleich zu der bei Ergänzung des Kaisernamens sich ergebenden Länge weist auf eine Verwendung am Epistylbalken eines Gebäudes hin. Die Inschrift ist ergänzt nach den von v. Domaszewski Westd. Zeitschr. XIV, S. 17 zuerst als solche erkannten Bauinschriften der Fahnenheiligtümer. Vier unter den fünf dort angeführten gehören dem Septimius Severus allein oder in Verbindung mit seinen Söhnen an. Da nun sämmtliche datier- baren Steine, die nach Inhalt und Fundort wahrscheinlich aus dem Mainzer Fahnenheiligtume stammen, der Zeit dieses Kaisers oder seiner nächsten Nachfolger angehören— nämlich der Zeit des Septimius Severus(193— 211) die Inschriften; Körber, Nachtr. III v. J. 204, wahrscheinlich auch Becker, 64; derjenigen des Caracalla(211— 217): Körber, III, 16 v. J. 213, ders. III, 14, wahrscheinlich ebenfalls v. J. 213, Brambach, C. I. Rh. 974 v. J. 217, ferner Körber, III, 13; derjenigen des Alewander Severus(222— 235): Körber, III, 15 v. J. 229, Becker, 65 v. J. 231, ferner Keller, II, 25 b u. Körber, III, 17— so ist auch hier zunächst an ihn und seine Söhne zu denken, unter deren Dynastie, der historischen Entwickelung der Heeresreligion entsprechend, der Kaiserkultus eintrat, der dazu bestimmt war, die Fahnenreligion des Principats zu verdrängen. Die Bauwerke, welche die Kaiser in sonst nie wieder-


