Pietati leg(ionis) XXII prl(imigeniae)[Alexandr(ianae)] p(iae) Flidelis) et honori aduilae Lucius) Domitiuls Juljiſanus ilunior [tr(ibunus)](?) Lluci) Domiti Juliani quondam p(rimi) p(ili) hillius) dono) d(edit) ob merita dedicante Mawimo Attiano e(larissimo) viro), leg(to) Augusti)[p]Ir(o) pr(aetore) Germaniae)[s(uperioris] ante diem) quintum
Caldendas) April(es)[domino)] n(ostro) Aleſælandro[dug(usto) III et] Dione cdn)s(ulibus)].
Der Pflichttreue der zweiundzwanzigsten Legion, der erstgeworbenen, Alexandrianischen, gewissenhaften und zuverlässigen und der Ehre ihres Adlers hat der Tribun Lucius Domitius Julianus der jüngere, Sohn des ehemaligen Primipilus(vornehmsten Centurionen der Legion) ihrer Ver- dienste wegen(diese Tafel) zum Geschenk gemacht. Geweiht wurde sie durch den hochberühmten Kaiserlichen Statthalter von Obergermanien Maximus Attianus am fünften Tag vor den Kalenden des April unter dem dritten Consulate unseres Herrn des Kaisers Alexander und(dem zweiten) des Dio(=— 28. März 229 n. Chr.).
Der Stein besteht in seinem jetzigen Zustand aus drei Teilen, der oberen rechten Ecke und den zwei grossen Stücken, die nur rechts am Rande zusammenpassen: dadurch ist die vierte und fünfte Zeile stark be- schädigt; auch sonst ist die Inschrift infolge von Verwitterung oder Ab- reibung schwer lesbar. Z. 2 und 12 ist der Kaisername weggemeiselt, doch lässt er sich an letztgenannter Stelle unter der Rasur noch feststellen. Dass gerade in Mainz und Umgegend der Name des Alexander Severus durchgängig getilgt ist, spricht für diejenige Uberlieferung, nach welcher der Kaiser bei Mainz von den Soldaten erschlagen wurde.
Die Söhne der Primipili gelangen im dritten Jahrhundert immer zur militia equestris und dienen später als trib. leg. in der Legion ihrer Väter. Der Grund für die Errichtung dieses Altares und desjenigen Nr. 18 dieses Nachtr. ist der Primipilat des Vaters, der einmal den Legionsadler verteidigt hatte(v. Domaszewski).
Das Denkmal stammt aus dem Fahnenheiligtum des Mainzer Prae- toriums; deshalb ist es auch von dem Statthalter in eigener Person geweiht worden.
Vergl. Zangemeister, Westd. Zeitschr. XI, 297 und v. Domaszewski, Westd. Zeitschr. XIV, 41, 62 und 110.
16. 2wei Bruchstücke einer Weihinschrift an... und den Honos des Adlers der zweiundzwanzigsten Legion; gefunden im Februar 1887 beim Abbruch der alten Stadtmauer am Eis- grubenweg. Graugelber Sandstein. Zwei übers Kreuz zu- sammengehörige Stücke. Ihre Masse sind: 1) oberer Teil: H. 75, Br. 35, D. 24 cm., 2) unterer Teil: H. 67, Br. 46, D. 22 cm.


