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des Senats und des Vaterlandes sowie des Lagers, hat zur Ehre der zwei- undzwanzigsten Legion, der erstgeworbenen, pfliehttreuen und zuverlässigen .. us An.... von dem quirinischen Bürgerverbande(und seine Gemahlin?).... ana(diese Tafel gewidmet?).
Die linke Hälfte des Denkmals fehlt, ebenso der Schluss.— Z. 6 a. A. ist infolge eines Versehens, zu dem das Vorhandensein der Vulgär- form matre für matri beigetragen haben kann, E statt I eingehauen. Das Versehen blieb entweder bestehen, oder es wurde nachträglich, nach Be- malung des Buchstabens mit Rot, durch Einstreichen von Stuck in die drei Querstriche verbessert.— Z. 6 ist ein Apex über dem V; vereinzelt kommt dieses Zeichen noch bis Gallienus vor.
Das Denkmal ist der Julia Domna geweiht, welche hier als die afrikanische Juno Caelestis(die phönikische Astarte) verehrt wird. Der Titel mater castrorum bezeichnet die Aufstellung des Genius der Kaiserin im Fahnenheiligtum, wie der Titel mater senatus et patriae die gleiche Verehrung im Senat und allen Stätten des Kaiserkultes. Ebenso unrömisch wie die damit angedeutete Mitherrschaft der Frau ist auch der Titel mater Augusti, d. h. Mutter des Sultans. Da diese Titel erst seit der Zeit der Syrerin Julia Domna(Domna nach Nöldeke eine Übersetzung des im N. T. zuerst vorkommenden syrischen Namens Martha= Herrin) auftreten, so ist sie es ohne Zweifel, welche diese orientalischen Herrschaftsbegriffe in die dynastische Politik einführte, und unser Stein ist ein hochinteressantes Denkmal dieser Entwickelung.
Die Inschrift stand, wie ihr Inhalt beweist, ebenfalls in dem Fahnen- heiligtum des Praetoriums. Da der Sohn der Kaiserin M. Aurelius Antoninus(= Caracalla), unter dessen Regierung sie geweiht wurde, bereits den Titel Germanicus führt, den er im Jahre 213 annahm, so ist sie zwischen 213 und 217, seinem Todesjahre, entstanden. Von dem Namen des Weihenden ist leider Z. 9 bloss die Endung des Gentiles(... us) und der Anfang des Cognomens(An...) erhalten.
Vergl. Zangemeister, Westd. Zeitschr. IX, 296 und v. Domaszewski, Westd. Zeitschr. XIV, 62 und 72.
14. Weihinschrift an den Kaiser M. Aurelius Antoninius(d. h. Caracalla) als Ammon; gefunden im Februar 1887 beim Abbruch der alten Stadtmauer am Eisgrubenweg. Grünlicher Sandstein. H. 136, Br. 45, D. 20 cm. In den Vertiefungen Spuren roter Farbe; über dieser sind, wie auch an anderen Stellen des Steines, vielfach Reste eines weissen Uberzugs erhalten.


