Die neuen römischen Inschriften des Museums zu Mainz.
Dritter Nachtrag zum Becker'schen Katalog.
Is der um die Mainzer Inschriften so hochverdiente Keller sich infolge seiner Ernennung zum Direktor der höheren Mädchenschule von Museumsangelegen- heiten zurückzog, fiel mir die Aufgabe zu, für die Veröffentlichung neugefundener Inschriften zu sorgen. Da ich dazu wenig vor- bereitet war, übernahm ich dieselbe nur mit grossem Wider- streben, das sich erst legte, als Herr Geh. Hofrat Zangemeister mir versprach, mich dabei mit Rat und That unterstützen zu wollen. Fast jede Seite der folgenden Arbeit zeugt davon, wie treu er dieses Versprechen bis auf den heutigen Tag gehalten hat. Ausser ihm haben noch eine Reihe anderer Gelehrter mir die schätzenswerteste Beihilfe gewährt, vor allen anderen die Herren Professoren von Domaszewski und Gundermann, welche überdies die grosse Liebenswürdigkeit hatten, eine Correctur zu lesen, bei welcher Gelegenheit sie auch für den Inhalt noch manchen Beitrag lieferten.
Inbezug auf die Art und Weise der Besprechung war ich natürlich von meinen Vorgängern abhängig. Doch glaubte ich mich nicht so eng, wie Keller es that, an den Becker'schen Katalog anschliessen zu müssen. So sind der bequemeren An- führung wegen die Nummern selbständig von 1 an durchgeführt. Ferner fügte ich überall bei, was aus einer Inschrift für Ge- schichte und Kultur Interessantes zu entnehmen sei. Ausser den jedesmal angeführten Quellen und den bekannten Hand- büchern benutzte ich dabei besonders für die Zeitbestimmung der Soldaten-Grabsteine Ritterlings treffliche Abhandlungen zur Legionsgeschichte(Westd. Zeitschr. XII und die Dissertation De legione X gemina).


