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„,z, a) Q(uinti) Pompei) Diodoti diasmyYrnes. b) QO(uinti) Pom(pei) Diodoti ad epiforaſs].
—2 c) Q(uinti) P(ompei) Diodoti diasmyrnes.
3 d) O(uinti) Peompei) Diodoti isoc(h)rysum.
IEIS a)„Des Quintus Pompejus Myrrhensalbe“. 3 b)„Des Quintus Pompejus Salbe gegen FOGOITO) andauernden Tränenfluss“.
SAUAIMZ c)„Des Quintus Pompejus Myrrhensalbe“.
d)„Des Quintus Pompejus Goldsalbe“.
Das Cognomen ist nicht ganz sicher, es könnte z. B. auch Pomponius heissen.— Diasmyrnes ist aus dem griechischen Guανονν„aus Myrrhe“ ins Lateinische herübergenommen. Dieses aus der südlichsten 1 Ecke Arabiens stammende aromatische Harz 2 9 5 zweier Commiphora-Arten wurde bei den
Alten weit häufiger zu Heilmitteln verwendet als heute, besonders auch bei Augenentzün- dungen. Der griechische Arzt Galenos gibt die Zusammensetzung einer ganzen Reihe derartiger Salben an. So bestand z. B. das dιαααμνοσνοωõ 8vd'εs, die„wohlriechende Myrrhensalbe“ des Syneros gegen Triefäugigkeit und Augenfistel aus Galmei, gebrannten und gewaschenem Blutstein, kyprischer Metallasche, Myrrhe, Safran, spanischem Mohnsaft, weissem Pfeffer und Gummi(Gal. ed. Kühn Bd. XII, S. 774).— In dem Worte epiforas(griech. 8mιιααα[ς) sind die Buchstaben I und F verbunden, von R ist nur noch das untere Ende des schrägen Striches und ein Teil des Bogens erhalten, das A hat statt des Mittelstriches einen Punkt und ist verkehrt eingegraben; ob die dahinter sichtbaren Reste zu dem sonst fehlenden S gehören, ist zweifelhaft. Dass wir das griech, ꝙ hier durch ein F ersetzt finden, entspricht der Aussprache späterer Zeit, wo keine Aspirata mehr war, sondern eine einfache Spirans.— In isochrysum ist das h ausgelassen und das darauffolgende r verstümmelt(andere nehmen eine sonst durchaus ungewöhnliche Ligatur von CH an, hinter dem dann das R ausgefallen wäre). Das hier genannte Heilmittel kommt sonst selten vor; es ver- dankt seinen Namen dem ihm beigelegten Wert, nicht einem Bestandteil, es ist also eigentlich das„mit Gold Aufgewogene“. Galenus, Bd. XII, S. 785 f. gibt die Bestandteile einer Salbe dieses Namens, die gegen allerlei Augenleiden gut war, folgendermassen an: Galmei, Blutstein, Myrrhe, Mohnsaft, Safran, langer Pfeffer, weisser Pfeffer, Gummi.— Aquffallend ist, dass auf einer Seite unseres Stempels nur die Krankheit, nicht das Heilmittel, auf den drei anderen umgekehrt nur das Heilmittel, nicht auch die Krankheit, gegen die es hilft, angegeben ist. Man könnte daher denken, dass Seite b bestimmt gewesen sei, zusammen mit einer der drei anderen auf dasselbe Salbenstäbchen aufgedrückt zu werden. Dagegen spricht jedoch u. a. die Wiederholung des Arztnamens auf allen Seiten.
Vergl. CII. XIII 10,021. 150; Keller. Nachtr. I, S. 24.
89. Augenarztstempel(Katal.-Nr. 2411), wahrscheinlich in Main⸗z gefunden. Geschenk des Herrn Dr. Gergens(Sommer 1844). Grüner Speckstein. H. 13, Br. 57— 59, D. 41 mm. Nur die längeren Schmal- seiten, die aber nicht ganz gleich lang sind, tragen Inschriften.


