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4 (1905) Neue Inschriften des Mainzer Museums : vierter Nachtrag zum Beckerschen Katalog ; mit über 100 Abbildungen nach Facsimile-Zeichnungen von Heinrich Wallau / Körber
Entstehung
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breitem Pinsel aufgemalt ebenso wie die sehr schlecht erhaltene und darum ebenfalls noch nicht gedeutete Inschrift am Henkel. Auf einem anderen Amphoren-Oberteil, der in den Weisenauer Steinbrüchen gefunden wurde, ist von der aufgemalten Inschrift nichts mehr erhalten als die drei Buch- staben L0C, vermutlich die drei Anfangsbuchstaben des Namens des Adressaten.

Vergl, Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 167 f.(wo die Fundangabe zu berichtigen ist).

86. zZwei Barbotin-

gefässe, d. h. Sigillatage- fässe, bei denen die Blätter- und Rankenverzierung da- durch hergestellt wurde, dass auf das bereits fertig ge- formte Gefäss eine andere, dickflüssige Tonmasse auf- gegossen wurde, die gleich- zeitig mit dem Gefässkörper gebrannt und so mit ihm innig verbunden wurde. Sie . gehören dem dritten oder 1 3 3 vierten Jahrh. n. Chr. an.

1 T 2. 8 a) Krug, s. Abb. Nr. 2(Katal.- 52. Nr. 6092), gef. am 2. Juli 1900 in einem Skelett-Grab beim Bau des 91 0 T[2.=x, Hauses Mombacherstr. 15. Dabei lag eine Münze des Kaisers Valens (364 378). Geschenk des Herrn Möbelfabrikanten Anderhub. H. 22 cm. Auf der Schulter stand eme me danimm mich,(trink und) gib(mich dem Nachbar); emo also in der ursprünglichen Bedeutung= sumo(s. Bohn, CIL. XIII, 10018, 72). Die Inschrift war weiss aufgemalt, ist aber voll- ständig abgeblättert und nur noch am matten Glanz der betreffenden Stelle zu erkennen. Vergl. CIL. XIII, 10018, 75, Korrbl. d. W. Z. XX, S. 70, W. Z. XIX, S. 390 m. Abb Tfl. 20, 5. b) Becher, s. Abb. Nr. 1(Katal.-Nr. 6099), alter Bestand. H. 13 cm. Die Inschrift lautet TOTI=((dem)?ich komme dir mit ebensovielen Bechern nach, als du mir vorgekommen. Für ihre Erhaltung gilt das bei der vor. Nr. Gesagte.

87. Sechs schwarzgefirnisste Gefässe. Sie gehören ebenso wie die Barbotin-Gefässe dem dritten und vierten Jahrhundert n. Chr. an. a) Becher(Katal.-Nr. 6096), mit der Inschrift vitaLeben(s. Abb. 86, r.) und

V IT A b) Becher,[(Katal.-Nr. 6095) mit I 7 der Inschrift ludespiele(über

den Sinn dieser Aufforderung vergl.

TL. V D fE Bohn zu CII. XIII, 10018, 113). Beide Becher sind 10 ½ cm hoch, haben

E 7 ganz gleiche Form und sind zu-

sammen am 18. März 1901 in einem Skelett-Grab beim Bau des M 41 S C E Hauses Gonsenheimerstrasse 3 910 b C E gefunden worden; Geschenk des

1 Herrn Schlossermeisters Th. Wagner.

Vergl. Korrbl. d. W. Z. XX, S. 70;

(CE MI héN W. 7. XX, S. 48 m. Abb. Tf. 16, 13