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f. Auf Tongefässen aufgemalte Inschriften.
85 Oberteil einer Amphora mit schwarz aufgemalter Inschrift, gef. am 30. Januar 1904 auf dem Gebiete der früheren Stadionerhof- Kaserne an der Flachsmarktstrasse, in einem Fass zusammen mit anderen römischen Gegenständen.
Es sind vier Inschriften zu unterscheiden, auf jeder Seite zwei, und, wie ein Blick auf die untere Abb. zeigt, sind zwei verschiedene Hände tätig gewesen. Die erste Inschrift lautet: AM IIICCCTITN. Sie bezieht sich auf den Inhalt. Z. 1 ist wohl nach CIEL. XV, 4532 ff. zu Am(ineum Cam- panum) zu ergänzen. Unter vinum Amineum verstand man eine der ältesten und edelsten Weinsorten Italiens, die von den lateinischen Schriftstellern, von Cato an bis Ausonius, oft erwähnt wird(vergl. auch CIL.
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XIII, 10018. 135). Z. 2 ist wahrscheinlich aufzulösen(annorum) trium und bezeichnet den Wein als dreijährig. In Rom fanden sich mehrere Amphoren, welche an entsprechender Stelle vor der Zahl ein A= anno- rum haben(z. B. eine am Praetorianerlager gefundene ClL. XV, 4551), auf einer andern von demselben Fundorte(OCIL. XV, 4542) heisst es: sun vet(us) F„ich bin 5 Jahre alt.“ Z. 3 enthält die Lagernummer:(amphora) 00C„Nr. 300. Z. 4 gibt in Abkürzung die drei Namen des Weinpro- duzenten.— Die danebenstehende Inschrift ist schlecht erhalten(das Bild gibt, was ich zu sehen glaube) und noch nicht gedeutet.— Auf der anderen Seite lautet die Hauptinschrift(auf der oberen Abb. steht sie am richtigen Platz) Hgcani; sie nennt wohl den Händler und ist mit


