Bei der Auffindung diente das Gefäss als Aschenurne und enthielt vielleicht die letzten Reste des Epigonus(s. Nr. 12); es stand in einer gespaltenen Amphora von der bei Nr. 83 abgebildeten Gestalt.(Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 106.)
Vergl. Bohn, CIL. XIII pars III 1, S. 86.
83. Zwei bauchige Amphoren mit eingeritzter Inschrift. H. 75 und 70 cm.
a) Auf der einen scheint vita„Leben“ eingeritzt zu sein; einer ihrer Henkel
trägt den
Stempel QIAFS, der sich bis jetzt nicht auflösen lässt. Gefun- den ist die Amphora im
Jahre 1900 beim Bau der Henkell'’schen Sektkellereien zwischen Mün- ster- und Wal- podenstrasse. b) Die zweite, die nach einer alten Etikette aus Haina bei Kassel stammt(womit nicht gesagt ist, dass sie dort ge- funden sein muss!), trägt die vielsagende Inschrift patri„für den Vater“.
Vergl. Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 39.
84. Oberteil eines grossen Kruges mit eingeritzter Inschrift(Katal.- Nr. 6085), gef. im Jahre 1904 in den Weisenauer Steinbrüchen der Port- land-Cementwerke Mannheim-Heidelberg; Geschenk der Direktion.
Auf der Schulter des Gefässes ist nach dem Brand eingeritzt: V.·M.MIII 8. XIIII. Durch die beiden ersten Buch- staben V. M: sind Haupt- und Beinamen des Adressaten bezeichnet, der übrige Teil der Inschrift gibt den Inhalt des Gefässes an: m(odii) III s(extarii) XIIII = 33,92 Liter. Der Krug wird wohl mit Ol oder Wein gefüllt gewesen sein. UÜber seine ursprüngliche Gestalt lässt sich leider nichts Sicheres sagen; wahrschein- lich war er bauchig und mit Standboden versehen.
Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 168.


