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73. Becher aus rosafarbigem dünnem Glas,.(s. d. vor. Abb. Nr. 2, Katal.-Nr. 6076), gefunden am 15. Dezember 1898 bei der ehemaligen Heiligkreuzkirche zwischen Hechtsheim und Mainz, in einem mächtigen Steinsarg. Geschenk der Herren Groh und Drexler in Kastel. H. 10 cm.
SIM DLISILZESESI.
Simplici zeses.„Simplicius, du sollst leben!(heil dir!) zeses ist als der griech. Optativ sisσάσα aufzufassen= vivas. Auch in griechischen Handschriften beginnt die Vermischung von mit e und„ schon viel früher als die von" und ¹, in der passiven Verbalendung schon in hellenistischer Zeit, im Inlaut vor Vokalen und bald auch allgemein im 1.— 2. Jahrhundert n. Chr. Da unser Glas in einem Steinsarg gefunden wurde, wird es kaum vor die Mitte des dritten Jahrhunderts n. Chr. zu setzen sein.— In dem- selben Sarg befanden sich neben zwei zerfallenen Skeletten: eine grosse und zwei kleine Kugelbauchflaschen, zwei zylindrische, ein röhrenförmiges und ein in der Mitte anschwellendes Fläschchen, sowie ein solches mit weitem Bauch, kurzem Hals und leicht eingezogenem Boden.— Die Inschrift ist, eingeschliffen.
Vergl. CIL. XIII, 10025 194; Korrbl. d. W. Z. XVIII, S. 20; W. z. XVIII, S. 401 m. Abb. W. Z. XX, Ifl. 19, 15.
d. In Tonsachen eingedrückte Inschriften.
74. Unterteil eines Tonfigürchens, das, wie die Reste eines Flügelschuhes am rechten Fusse zeigen, einen Merkur darstellte. Gef. am 14. Oktober 1897 auf dem Ampt'’schen Gebiete vor dem Gautor.(Katal.-Nr. 5384)
Die auf der Rückseite am linken Bein herunterlaufende Inschrift[Sjlervan(dus) nennt den bekannten Kölner Töpfer, der in unserem Museum schon vertreten ist (S. Körber, Nachtr. III, Nr. 201). Im Bonner Museum befindet sich ein Figür- chen, das vom 25. Februar 164 n. Chr. datiert ist. Da es in der Buchstaben- form, dem weissen Tone und den Massen der Basis völlig mit solchen überein- stimmt, die Servandus mit seinem Namen gezeichnet hat, so schliesst Lehner, B. J. 110, S. 188 ff., dass es ebenfalls aus dieser Fabrik stammt, deren Erzeugnisse damit ihrerseits datiert wären. Zu einem etwas früheren Ansatz war vor- her Riese, Festschr. zur Feier des 25 jähr. Bestehens usw. S. 81 gekommen.
Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXI, S. 35.
75. Lämpchen in Gestaſt einer Sandale mit Riemenwerk, gef. am 11. April 1901 in einem röm. Grab beim Bau des Hauses Gonsen- heimerstrasse 3 910; Geschenk des Herrn Schlossermeisters Th. Wagner.
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