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unbekannt zu sein.— Wozu diese Tiegel gedient haben, ist umstritten, doch ist es am wahrscheinlichsten, dass wenigstens die kleineren zum Wein- Servis gehörten, wenn auch andere Verwendung nicht ausgeschlossen ist. Wiederholt wurde ein Sieb mit einem solchen Tiegel zusammen gefunden, in dessen Höhlung es derart passte, dass beide, wenn man sie ineinander- steckte, wie ein einziges Gefäss mit einem Stiel aussahen. Damit schöpfte man dann den mit Schnee gekühlten Wein aus dem. Mischkessel, hob mit dem Sieb allen Bodensatz und alle Unreinigkeit weg und goss den so geklärten Wein in die eigentlichen Trinkgefässe. Um den Erfolg zu sichern, wird man in das Sieb vielleicht ein feines Tuch gelegt haben. Der Geizhals aber sparte wohl die Gläser und trank unmittelbar aus der campana trulla (s. Hor. sat. II, 3. 144).
Die in Deutschand in grosser Zahl aufgefundenen Bronzetiegel, deren Fabrikantennamen im Genetiv stehen, stammen aus Italien, wahr- scheinlich aus den im ganzen Altertum berühmten Exportfabriken Capuas. Dort ist sicher das Geschlecht der Cipii, von dem nicht weniger als neun Familien auf den Firmenstempel unserer Tiegel vorkommen Fen s. o.), ansässig gewesen; das beweisen nicht weniger als fünf Grabsteine, auf deren einem auch ein Publius) Cipius, Publi)(ibertus), Phileros(s. o.) genannt ist. In diesen Fabriken wurde die Campana supellez hergestellt, die Hor. sat. I, 6. 118 als gemeines Tischgerät erwähnt, und die deshalb auch von den neusten Erklärern für irdene Ware gehalten wird. In Wirklichkeit waren es Bronzegefässe, die der Handel, besonders auch der Seehandel, von Capua aus nicht nur innerhalb des römischen Reiches, sondern auch weit, über seine Grenzen verbreitete: sind doch allein in Dänemark mehr als 30 solcher Bronzetiegel aufgefunden worden. Dass ihre Einführung in die nordischen Länder nur den Wein-Import begleitete, den man sich nicht bedeutend genug vorstellen kann(vergl. Nr. 77), versteht sich von selbst. An die Stelle der campanischen Fabriken traten übrigens, wie es scheint gegen Ende des zweiten Jahrhunderts gallische, bei deren Stempeln der Fabrikantenname im Nominativ steht, oft mit folgendem F(= Fecit).
Vergl. Willers, die römischen Bronzeeimer von Hemmoor, S. 200 ff.
59. Schöpfgefäss aus Bronze(simpulum). (Katal.-Nr. 6071), gef. am 5. Mai 1904 im Rhein bei Weisenau, gegenüber der Cementfabrik. Um das Geräte besser halten zu können, war der scheibenförmige Teil oben am Griff zum Kugel- abschnitt ausgeschmiedet und obendrein waren noch acht Vertiefungen eingepunzt, die jetzt — infolge langer Benutzung?— sich z. T. als unregelmässige Löcher darstellen. Der Ver- fertiger des schönen Stückes hiess, wie der Stempel zeigt, M(arcus) Sedi.... Er scheint sonst nicht bekannt zu sein. Es diente dazu, den Wein aus dem Mischkrug in die Gläser zu füllen.
Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, 8. 107.


