Druckschrift 
4 (1905) Neue Inschriften des Mainzer Museums : vierter Nachtrag zum Beckerschen Katalog ; mit über 100 Abbildungen nach Facsimile-Zeichnungen von Heinrich Wallau / Körber
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

23. Bruchstück einer öffentlichen Inschrift der Vicani Aresaces(?), gef. im Weisenauer Steinbruch der Portland-Cementwerke Mann- heim-Heidelberg, wo es angeblich in den Grundmauern eines römischen Hauses verbaut war. Als Geschenk der Direktion wurde es am 3. Januar 1903 ins Museum gebracht. Kalkstein. H. 25, Br. 40, D. 35 cm. Der Stein ist links und oben ver- stümmelt, unten ist eine glatte Fläche, die darauf schliessen lässt, dass er auf einem anderen auflag, auf dem der Rest der Inschrift stand.

lcivibus?2 Romanis[vicanis A LIresacibus[.... u Intur

en Z. 2 a. A. könnte statt eines R an sich auch ein P gestanden haben, doch liegt es nahe, dass hier dieselben vicani Aresaces genannt waren, welche auf der schönen Klein-Winternheimer Brunneninschrift(vergl. Körber, Nachtr. III, Nr. 29) vorkommen. Vielleicht waren es die Be- wohner des römischen Weisenau. Z. 3 a. A. scheint ein V ge- 1:7,5 standen zu haben.

Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXII, S. 3 f. Altert. d. heidn. Vorz. V, S. 111 Anm.

24 29. Sechs Bauurkunden der ersten Legion. Sie sind alle von derselben Art wie die unter Nr. 36, 122 und 123 im dritten Nachtrag zum Becker'schen Kataloge von mir veröffent- lichten, d. h. sie sind flüchtig in ganz roher Ausführung derart auf eine Hinter- oder Seitenfläche grosser Bausteine eingemeisselt, dass sie zur Zeit, wo die betreffenden Bauten aufrecht standen, den Blicken des Beschauers völlig entzogen waren. Gefunden wurden sie alle in den Grundmauern der alten, in ihren unteren Schichten noch von den Römern herrührenden Stadtmauer hinter dem Kästrich. Die vielen Bauurkunden der ersten und der vier- zehnten Legion(vergl. auch Nr. 22), welche in den Jahren 70 bis 90 vor Chr. zusammen in Mainz standen, weisen auf eine starke Bautätigkeit im römischen Lager während der flavischen Zeit hin, wahrscheinlich eine Nachwirkung des batavischen Auf- standes im Jahre 69, der die Festung sehr gefährdet hatte. Als dann spät in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts sich das Bedürfnis zeigte, die zu Füssen des alten Lagers ent- standene Stadt gegen Uberfälle der Barbaren durch Ummauerung zu sichern, wurden jene Legionsbauten des ersten Jahrhunderts eingerissen und ihre Quader als bequeme Bausteine verwendet (vergl. Korrbl. XVIII, S. 148 ff.). Gefunden wurden von den unten aufgeführten Stücken Nr. 24, 25 und 26 in dem

2