Deutlichkeit halber nicht ganz bis zu den betreffenden Löchern ausgezogen sind). Das würde dann zu lesen sein:[p]on(kifex) max(imus), und wir hätten einen Teil einer grossen Kaiser- inschrift vor uns, die am Epistyl eines mächtigen Baues ange- bracht war, vermutlich eines derjenigen, welche die erste Legion (s. Nr. 24— 29) unter Kaiser Vespasian errichtete. Die fünf nicht in der Reihe stehenden Löcher(Nr. 5 u. 7; 14, 16 u. 17) müssten dann so erklärt werden, dass die Inschrift ursprünglich anders gelautet und später, wie das oft vorkam, verändert wurde.
Aber auch davon abgesehen ergeben sich einige Schwierig- keiten: die übliche Abkürzung für ponlifex maximus ist PONT-MAX(oder PM“), und das durch Verbindung der Löcher entstehende M ist nicht ganz regelmässig; doch ist ja die Gestalt des Bronzebuchstabens von der Anordnung der zu seiner Befestigung dienenden Löcher ziemlich unabhängig. Um aber die Verlegenheit noch grösser zu machen, zeigt eine Untersuchung des Steines, wie mir Herr Architekt R. Opfer- mann freundlichst mitteilte, dass es ein Leibungsstein war, da der Gesimsrest, der links oben sichtbar ist, sich auf der linken Seitenfläche fortsetzt, die unter demselben hier so glatt ist wie vorn. Dann hätte die Inschrift unmittelbar am Rande eines Tores oder Fensters begonnen, nach obiger Ergänzung sogar mit einem halben Buchstaben! Da dies unmöglich ist, so pliebe nur die Annahme einer zweiten Verwendung des Steines übrig, und man könnte dafür noch den Umstand anführen, dass die Lagerfläche der Inschrift nicht parallel ist. Aber das ist ja auch mit dem Gesims nicht der Fall, das doch von vorn- herein vorhanden gewesen sein muss. Eine Lösung dieser Schwierigkeiten wird wohl nur durch weitere Funde ermöglicht werden.
Vergl. CIL. XIII, 6805 a; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 102.


