Teil eines Werkes 
1 (1861) Rechtsgeschichtl. Einl. u. Gerichtsorganisation / dargest. von Ernst Jul[ius] Paraquin
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Rechtsgeſchichtliche Einleitung. 23

war. Dieſe lateiniſchen Ueberſetzungen haben jedoch nur den code civil zum Gegenſtand. Die beſten Ueberſetzungen deſſelben in's Deutſche ſind von Daniels Göln), Erhard (Leipzig), Cremer (Crefeld), Laſſaulr (Coblenz), Ackermann (Landau), Müller Leipzig), Spielmann (Straßburg), Gebhardi Gießen).

Als Curioſum wollen wir noch anführen, daß auch eine Ueber⸗ ſetzung in Verſe des code civil beſteht: ein Buch das unter dem Titel: le code Napoléon mis en vers francais par D. exlégis- lateur zu Paris im Jahre 1811 erſchien. Der Verfaſſer, der ſich nicht nannte, war, wie er ſich bezeichnete, ein Mitglied der ehemaligen Legislative geweſen.

Unter der Napoleoniſchen Herrſchaft war der Code Napoléon eingeführt worden in Italien, Holland (Belgien), im Herzogthum Warſchau, im Großherzogthum Berg, in den hanſeatiſchen Departe⸗ ments, im Herzogthum Köthen, Königreich Weſtphalen, im Groß⸗ herzogthum Baden und Großherzogthum Frankfurt, im Fürſtenthum Arenberg, im Herzogthum Naſſau.

Vor allem natürlich in den Ländern, welche Frankreich zuerſt einverleibt worden waren, in Deutſchland alſo auf dem linken Rhein⸗ ufer: Rheinbayern, Rheinpreußen und Rheinheſſen.

Nach der Schlacht von Leipzig aber geſtalteten ſich die Verhält⸗ niſſe wieder anders. Faſt in allen Ländern dieſſeits des Rheins wurde ſofort der code Napoléon wieder abgeſchafft (in Warſchau

erhielt er ſich am längſten); doch blieb er, wie in Baden, in

Warſchau, die Grundlage der neuen Geſetzgebung. Den nach den Pariſer Friedensbeſchlüſſen von 1814 und 1815 an Deutſchland zuruͤckgegebenen deutſchen Ländern auf dem linken Rheinufer, welche die Departemente Donnersberg, Saar, Niederrhein, Moſel, unter franzöſiſcher Herrſchaft gebildet oder zu denſelben gehört hatten, ließen die neuen Herrſcher Preußen, Bayern und Heſſen⸗Darmſtadt die ihnen liebgewordene Geſetzgebung, ſo daß dieſelbe in dieſen Pro⸗ vinzen, mehr oder minder in Folge der Zeitanſprüche modifizirt, heute noch herrſcht. In der bayeriſchen Rheinpfalz hat ſie ſich am meiſten in der alten Faſſung von 1807 1810 erhalten, weil ihr die ſpätern Verbeſſerungen, die ſie in Frankreich erfuhr, namentlich unter Louis Philipp's Regierung nicht zu Gute kommen konnten.

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