Teil eines Werkes 
Dritter und letzter Band (1811)
Entstehung
Seite
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Von den Verbindlichkeiten, welche aus Vertraͤgen entſtehen. 15

Hieraus ſolgt: I. das Eigentbum der zu liefernden Sache geht ſogleich t auf den Gläubiger uͤber, ſo wie die Einwilligung der Eontrahenten vorhanden iſt; es bedarf mithin zur Lebertragung deſſelben der Tradi⸗ c tlon nicht mebr(die Roͤmiſche Marime: traditionibus, non nudis n, pactis, dominia rerum transferuntur, iſt abgeſchafft) 1). H. Die Gefahr der Sache geht in dem Augenblicke, wo dieſelbe uͤberliefert wer⸗ den ſollte, auf den Glaͤubiger uͤber, ausgenommen, wenn der Schuld⸗ ner in Verzug geſetzt iſt, die Sache zu üͤberliefern, denn dann ſieht ſie auf Gefahr des letztern ²). ) S. auch Art. 1383. . 2) Das franzoͤſiſche Recht kennt die Regel dies interpellat pro howine eigent⸗ 5 lich nicht:(S. jedoch Not. zum folgenden Paragraph) es bedarf immer ei⸗ ler ner interpellatio von Seiten des Glaubigers, aeſchehe ſie mittelbar, oder

unmlttelbar, um die mora zu begruͤnden. MarkviIIE Analyſe ad art⸗ 1139. aus der Diſeuſſion.

.§. 705.

. Verzng(mora).

Verzug iſt uͤberhaupt jede vertragswidrige Zögerung, etwas zu thun, oder eine Sache herauszugeben(mora dandi), oder anzunehmen(mora 6 accipiendi) 1). Die Wirkung derſelben iſt, wenn der Glaͤubiger in 6 mora iſt, daß er von dem Tage der Anbietung keine Zinſen verlangen un, kann, und die Gefahr der Sache auf ihn uͤbergeht; von Seiten des

Schuldners, daß die Gefahr der Sache auf ihn geht, vorausgeſetzt: 1) daß er in Verzug geſetzt worden iſt, wie im vorigen Paragraph geſagt iſt, und 2) daß die Sache nicht durch emen Zufall zu Grunde ge⸗ gangen iſt, durch den ſie auch, wenn ſie abgeliefert worden wäre, bey dem Glaͤubiger zu Grunde gegangen ſeyn wuͤrde ²), In Verzug geſetzt wird der Schuldner: 1) durch eine von dem Gläubiger mittelſt eines Rotars, oder eines Huiſſiers ²) geſchehene Aufforderung die Sache zu überliefern; 2) durch die Wirlung des Contracts ſelbſt, falls darin beſtimmt iſt, daß durch den bloßen Ablauf des Ueberlieferungs⸗ termins, und, ohne daß es einer weitern Handlung beduͤrfe, der Schuldner im Verzuge ſeyn ſolle. 3) Durch das Geſetz, welches ihm Verzugszinſen zu bezahlen auferlegt à), Der Gloubiger wird durch

lo Anerbieten der Zahlung, und Hinterlegung derſelben in Verzug ver⸗ de ſetzt ra