Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1810)
Entstehung
Seite
235
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Von Schenkungen unter Lebenden, und von Teſtamenten. 235

er nur das am Todestage des Erblaſſers vorhandene Vermoͤgen in Anſpruch nehmen, und iſt zur Bezahlung aller Schulden und kaſten

des Nachlaſſs verbunden. IV. Die Schenkung kann unbedingt oder urt, 1086. bedingt geſchehen. Die Bedingung kann ſogar 1) in einem Vorbehalte beſtehen, daß der Beſchenkte alle Schulden und taſten der Verlaſſen⸗

ſchaft ohne Unterſchied bezahlen ſoll; ja 2) von der Willkuͤhr des Schen⸗

kers*) in Hinſicht ihrer Erfullung abhaͤngig ſeyn. Der Beſchenkte

muß alsdann, wenn er nicht lieber auf die Schenkung verzichten will,

dieſen Bedingungen nachkommen. Stirbt dagegen der Schenker, ohne

von ſeinem Vorbehalte Gebrauch zu machen, ſo gehört die Sache dem Be⸗ ſchenkten oder deſſen Erben. V. Eine Annahme iſt nur dann nicht noth⸗ Art. 87. wendig, wenn ſie in einer Eheſtiftung gemacht wurde, ſonſt aber erfor⸗

derlich.

des Schenknehmers, wie es in Laſſaulx Ueberſ. des Code S. 271. ei t.

Unguͤltigkeit dieſer Schenkung.

Dieſe Schenkung wird ungültig ¹): I. wegen Richt⸗Beobachtung der Erfordermſſe; II. wenn die Ehe, zu deren Beguͤnſtigung ſie gemacht iſt, At. 1088. nicht erfolgt; lII. wenn die Schenkung das gegenwärtige und zukuͤnftige Art. 1089. Vermogen begriff, und der Schenker ſowohl den Beſchenkten, als deſſen Deſcendenten uͤberlebt. Auch ſind dergleichen Schenkungen der Re⸗ Art. 1090. duction auf den disponibeln Theil unterworfen ²).

1) Wird die Schenkung unguͤltig, ſo fallen die geſchenkten Sachen frey von allen

Loſten auf den Beſchenkten zuruͤck. Nach Analoate des Art. 032. wuͤrde jedoch

die in Hinſicht der Mitgift u. ſ w. eritirende Hypothek guͤltig bleiben. MAr.F- viIE Analyſe ad h. art. Anderer Meynung ſind die Pandectes frangaiſes

ad h. art.. 1) S. Art. 920.

Gg 2 Reun⸗