3 220 Drittes Buch. Zweyter Titel.
. Pflichten des Teſtamentsexecntors. Urt. 1031. Die Pflichten des Teſtamentsexecutors ſind folgende: I. er muß, wenn unter den Erben Minderzährige, Interdieirte, oder Abweſende ſind,
. den Rachlaß unter Siegel legen laſſen 1). II. Er muß in Gegenwart, oder nach gehöriger Vorladung des Etben ein Inventar uͤber denſelben i aufnehmen laſſen. II. Er muß die Mobilien verkaufen laſſen, wenn 33 das vorräthige Geld zur Bezahlung der Legate nicht hinreicht ²*). IV. Er pat fuͤr die Vollziehung des Teſtaments Sorge zu tragen, und kann, wenn uͤber dieſelbe Streit entſtebt, bey dieſem Streute mit auftreten, 3 um die Guͤltigkeit des Teſtaments zu verfechten. V. Er iſt verbunden, nach Jahr und Tag vom Sterbetage des Teſtirers angerechnet, den Be⸗ 3 ſitz der beweglichen Verlaſſenſchaft abzugeben, und Rechnung uͤber ſeine Berwaltung abzulegen. 7) Der Beſitz mag ihnen eingeräumt ſeyn, oder nicht.
2) Verſteht ſich alles unter den im§ 553. angegebenen Formen. Auch kann er
ſogar um Verſteigerung eines Grundſiuͤcks beym Tribunale nachſuchen, wenn noch
nicht hinlängliche Baarſchaft da iſt, um die Legate zu bezahlen. MatEviIIE Analyſe ad h. art.
663 Rechte des Teſtamentsexecutors⸗
Art. 1032. I. Er handelt kraft ſeiner Vollmacht, und nach der Ausdehnung derſelben. Die Vollmacht des Teſtamentsexecutors iſt höchſt perſoͤnlich; art. 1033. ſie geht mithmn nicht auf deſſen Erben uͤber. II. Sind mehrere Teſta⸗ mentsepecutoren vorhanden, ſo kann auch einer in Ermanglung ¹) der „ uͤbrigen, z. B. wenn dieſelben abweſend oder ſonſt verhindert ſind, han⸗ deln. Doch ſind ſie alle wegen des ihnen anvertrauten beweglichen Vermögens ſolidariſch verhaftet; ausgenommen, wenn der Teſtirer jedem
ſein beſtimmtes Geſchäft angewieſen hat, und derſelbe die Grenzen deſſelben
Art. 103g. nicht uͤberſchreitet. 11 Die vom Teſtamentsexecutor ausgelegten Koſten
der Verſiegelung des Inventars, der Rechnungsablage, ſo wie alle
übrigen, die ſich auf ſeine Geſchaͤftsfuͤhrung beziehen, und erweißlich nuͤt⸗ ſie lich oder nothwendig ſind ²), fallen der Erbſchaft zur kaſt.
„ 1) Nicht, bloß„heym Abgange aller uͤbrigen“ wie die Weſiphalica hat, denn es
heißt im franzöſiſchen Teyr aanz allgemein au dsfaut. S. CoQiLE Quaeſt.
329. MALEVILLE Aualyſe ad h. ort,
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