Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1810)
Entstehung
Seite
217
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Von Schenkungen Uuter Lebenden, und von Teſtamenten. 217

Auslieferung; ausgenommen: I. wenn der Teſtirer ihm die Fruͤchte und Zinſen ausdruͤck kchvon ſeinem Sterbttage an zuſprach, II. wenn das Vermaͤchtniß in einer Leibrente, oder in einer jaͤhrlichen Alimenta⸗ tionsſumme beſtand.

Die Koſten des Auslieferungsgeſuchs fallen der Erbſchaft zur Laſt, Art. 1016, doch daͤrf der indisponible Theil des Vermoͤgens dadurch keinen Abzug lei⸗ den. Die Einregſſtrirungsgebühren muß dagegen der Legatar tragen ²).

Mles dieſes findet jedoch nur Statt, in ſo fern in dem Teſtamente nicht eine andere Verfuͤgung getroffen iſt.

Jedes Vermaͤchtniß kann fuͤr ſich beſonders einregiſtrirt werden, oh⸗ ne daß dieſe Emregiſtrirung andern Perſonen, als dem kegatar und deſ⸗ ſen Nachfolgern, zum Vortheile gereichen könnte,

1) MaITvII.1T Analyſe ad. art. 1017.

2) Schon oben iſt bemerkt, daß das droit d'Enregilrement fuͤr Weſtphalen wegſält.

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§. 648. Verpflichtung derer, die das Legat auszahlen ſollen.

I. Alle diejenigen, denen der Erblaſſer die Auszahlung des Legats Art. 10r7. auferſegt hat, ſind fuͤr deſſen Auszahlung, und zwat ein jeder nach dem Antheile des auf ihn fallenden Erbantbeils, perſoͤnlich und hypotbeca⸗ riſch bis zu ſedem Betrage des Werths der ihnen zugefallenen Mobilien, verhaftet. II. Die vermachte Sache muß mit dem nothwendigen Zube⸗ Art. 101. bör, und in dem Zuſtande, worin ſie ſich am Todestage des Teſtirers befindet i), herausgegeben werden. Hierbey iſt zu bemerken: Wemn Att. 1019. der Teſtirer nach Errichtung des Teſtaments, oder Gebung des Legats, daſſelbe durch Erwerbungen vergroͤßerte, ſo konnen dieſelben, wenn ſie gleich damit zuſammenhaͤngen, ucht als Acceſſorien, oder Theile des Legats betrachtet werden. Wohl aber ſind als Therle des Legats die Ver⸗ zierungen und neuen Anlagen zu betrachten, die auf dem legirten Grund⸗ ſtuͤcke angebracht ſind. Eben ſo vertzaͤlt es ſich mit einem legirten ein⸗ geſchloſſenen Platze, deſſen Umgebung der Teſtirer nachher erweitert hat. iIt. Wenn vor oder nach Errichtung des Teſtaments die legirte Sache, Art. 1c2. fur eine auf der Erbſchaft baftende Schuld, oder fuͤr die Schuld eines Dritten, zur Hypothek geſetzt, oder mit einem Nießbrauche beſchwert war, ſo iſt derſenige, der das Vermaͤchtniß anszuzahlen hat, nicht ſchuldig Spangenberg's Commentar Vd, II. Ee das