Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1810)
Entstehung
Seite
23
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Von dem Eigenthume. 23

die Inſel entſtanden iſt. Hat ſich die Inſel nicht ganz auf einer Seite gebildet, ſo gehoͤrt ſie den Ufereigenthuͤmern beyder Seiten, nach Maaß⸗

gabe ihrer anſtoßenden Laͤndereyen, und zwar erhaͤlt jede Seite den Theil,

der vermittelſt einer in der Mitte des Fluſſes in Gedanken gezogenen linie,

auf dieſelbe fallt 2). Nur muß man mit dieſen Inſeln u. ſ. w.

nicht einen andern aͤhnlichen Fall verwechſeln. Wenn naͤmlich ein Strom Art. 362. oder Fluß, indem er einen neuen Arm bildet, das Feld eines Ufereigen⸗ thůmers abſchneidet, und ſo umgiebt, daß es eine Inſel bildet, ſo behaͤlt

dieſer das Eigenthum ſeines Feldes, ſelbſt wenn der Fluß ſchiffbar oder flößbar waͤre.

1) Kattériſſements Ramdohr a. a. O. S ao. bemerkt, daß hlerdurch die Plaͤtze, welche bey verringertem Woſſer entſtehen, wenn der Fluß einen Theil ſeines Bettes trocken läßt, und auf beyden Seiten zu umſtrömen beginnt, be⸗ zeichnet werdeß ſollen.

2) Am beſten hat dieſes verſinnlicht: Hopfner theoretiſch practiſcher Commentar

uͤber die Inſtitutionen§. 310; denn hier findet das Röm, Recht ganz ſeine Anwendung. r

5. Alveus derelictus.

Wenn ein Strom oder Fluß, er ſey ſchiffbar oder floßbar, oder Artt. 363. nicht, ſeinen Lauf verändert, und ſein altes Flußbette verlaͤßt, ſo erßalten die Eigenthuͤmer der Grundſtuͤcke, durch welche ſich der Fluß das neue Bette gewaͤhlt hat, das alte verlaſſene Flußbett als Entſchadigung ¹), und zwar jeder nach dem Verhaͤltniſſe des ihm entzogenen Grundes und Bodens. Ebenfglls wenn der Fluß das neue Bette wieder verlaͤßt, und das alte wieder äufſucht, wuͤrden dieſelbigen Regeln anzuwenden ſeyn.

Gegen die Vorſchriſten des Roͤmiſchen Rechts.

5. 412. 6. Sodes derelictae, Tauben, Kaninchen und Fiſche ¹), die in ein anderes Taubenhaus, Art. 36. Kaninchengehaͤge, oder in einen andern Fiſchteich uͤbergehen, gehören dem Eigenthuͤmer dieſer Gegenſtände; nur duͤrfen ſie nicht durch tiſt und

Kunſtgrifſe hineingelockt ſeyn 2),

1) Man