Teil eines Werkes 
Erster Band (1810)
Entstehung
Seite
22
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Erſter Abſchnitt. Erſte Periode.

6) Nech gehören einige Werke hieher, unter denen das Buch: Pour monſtrer et enſeigner a un chaſcun, quel ordre de proceder eſt en eourt laye pour ha couſtume gardie par droit au Chaſtelet de Paris vorzůglich bekanut iſt. Vergl. auch Hiſtoire de droit Frangais(1632) S. 148 ff.

Reccption des Roͤmiſch-Juſtinianeiſchen Rechts. 1)

Der erſte Verbreiter des Roͤmiſchen Rechts ²) ſoll Peter Pla⸗ centinus aus Montpellier geweſen ſeyn; der unter des Irnerius, oder wie andere wollen, unter deſſen Schuͤler Martinus Leitung daſſelbe in Bologna ſtudirte, und nach Frankreich verpflanzte. Ihm folgte Wil⸗ helm Durand, der Verfaſſer des Speculum juris, Guido Folraut, und Jacob von Ravenna, ein Lothringer, welcher im Anfange des 14ten Jahrhunderts zu Tonlouſe mit vielem Beyfall lehrte, und Petern von Belleperche(bella Pertica) zum Schuͤler hatte. Zu gleicher Zeit ward das Römiſche Recht in Paris gelehrt, und zwar mit einem ſolchen Beyfalle, daß um das Jahr 1220 der Papſt Honorius III. ²) den Vortrag deſſelben dort verbot; welches Verbot, ob es gleich ver⸗ ſchiedene male uͤbertreten worden zu ſeyn ſcheint, durch die Ordonnance von Blois 4)(1579) wiederhohlt wurde. Aber dagegen entſtanden in Frankreich andere Univerſitäten, unter denen ſich vorzuglich Toulouſe, Bourges, Orleans und Cabors auszeichneten, wo das Studium des Römiſchen Rechts durch die erſten Köpfe Frankreichs getrieben, zu einer ſolchen Hoͤhe aufbluͤhte, daß dieſelbe bis jetzt unerreichbar geblieben iſt. Dort lehrten Arnold du Ferriere, Jean Coras, Frangois Noheau(Roaldus), Duaren, Ruſſard, Antoine le Conte, Hugunes Doneau, Jean Mercier, und vorzuglich der große Jar⸗ ques Cujas, der die frühern alle üͤbertraf.

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1) Vergl. S1LRERRap F. 9. Io. II.

2) Ven einer ſehr frühen Franz. Ueberſetzung des Coden Juſtinianeus ſiehe Cu)Acn Obſervat. I. KI. e. 1I. L. XVI. c. 24. Laſſaulx ſagt a. a. O. ſie exiſtire jetzt in der kaiſerl. Bibllothek. Das Roͤmiſche Recht fand doch noch immer ſogar in den ſpaͤtern Zeiten heftige Widerſacher, und galt nur groͤßtentheils als raiſon crite, ſo wie noch jetzt. S. JoA. LIMNAR notitia regni Franciae.

Argentor. 1635. 4. S. 174 ff. BoucRnT threſor du droit Frangois ſub

voce: droit. Auch galten viele Geſetze und Stellen der Juſtinianetſchen Ge⸗

ſetzbuͤcher gar nicht. Einen Catalog derſelben ſ. bey LIMwApus a. a O.

S. 179 ff. und in AbTonNk la Conférence du droit Frangois avec le droit

romain,