Von dem Zuſtande des Fr. Rechts vor dem C. N. 11 Galliſcher Zeitraum.
5. 12. Bruchſtuͤcke der Galliſchen Rechte.
Gallien hatte vor der Roͤmer Ankunft, wie alle barbariſche Staa⸗ ten, ſeine eigene Verfaſſung, Gebraͤuche und Rechte, von denen uns deſſen Eroberer Julius Caͤſar ¹) einzelne Bruchſtuͤcke aufbehalten hat, und aus welchen ein nicht gemeiner Grad politiſcher Cultur hervorleuchtet. Aber auch dieſe waren ſchon damals ſehr verſchieden, da es mehrere unabhaͤngige Voͤlker, nach welchen es in das Belgiſche, Aquitani⸗ ſche und Celtiſche getheilt wurde, in ſich entbielt; die ſehr eiferſuchtig gegen einander, und faſt immer in Fartionen getbeilt, ſich durch ihre Sitten, Geſetze und Sprache von einander unterſchieden; waͤhrend im Nor⸗ den ſich uͤberdieß Germaniſche Gebraͤuche zeigten. Geſchriebene Geſetze exiſtirten ſchwerlich, denn die Druiden waren der Schreibekunſt abhold.
1) Comment. de bello Gallico Lib. VI. PonMP. MBIA Lib. III. cap 2. STRAßo Lib. IV. p. 197. ed. 1620. JoRPanus(Jornandes) de Gothorum origine, und GRRGoR. TuRONRNsIs hiſtor. Francor.— Vergl. P. RAM libellus de moribus veterum Gallorum. Paris. 1562. 8. SILBERRAp a. a. O. F. T. PpRäpcror de l'état eivil des perſonnes— dans les Gaules. T. I. p. z. F⸗ und vorzuͤglich uͤber dieſe und die folgende Periode: C. G. Röſſig Geſchichte des deutſchen Privatrechts. Leipz. 1801 8. und Herrn Prof. A. F. Eichhorn deutſche Staats und Rechtsgeſchichte. Gottingen. 1808. 8. I⸗ Abthetlung.
II. Nömiſcher Zeitraum.
6. 413. Gallien, eine Romiſche Provinz.
Nach mehrern fruchtloſen Verſuchen gelang es durch zehnjaͤhrigen ſchweren Kampf den Roͤmern, ein Land zu unterjochen ¹), was ſich ihnen ſtets furchtbar gezeigt hatte, und, nachdem es als Roͤmiſche Provinz orga⸗ niſirt und befeſtigt war, bis auf die Zeiten des Honorius zu behaupten; vier lange Jahrhunderte hindurch, waͤhrend welchen die Beſiegten der Roͤmer Sprache, ihre Sitten und Geſetze, und die chriſtliche Religion annahmen. Aber ſchon damals behaupteten einige Landſchaften und Staͤdte ihre eigenen Rechte, beſtätigt Julius Cäſar, der ihnen, durch . 3 den


