I. Geſetz uͤber die Notariatsordnung. 25
ſer) in Anſehung der Beybringung ihrer Studienjahre Dis⸗ penſation erhalten.
43. Der Candidat ſucht bey der Notariatskammer des Gerichtsbezirks, in welchem er practiciren ſoll(S. unten Art. 50. ſ.), um ein Atteſtat wegen ſeines guten Verhaltens und ſeiner Fähigkeit an.
Das Atteſtat kann nicht ausgeſtellt werden, ohne daß zu⸗ vor die Notariatskammer die Ausfertigung des Beſchluſſes, durch welchen es zugeſtanden worden iſt, an den Regierungs⸗ commiſſar(kaiſerlichen Anwald) beym Gerichte erſter Inſtanz hat gelangen laſſen.
44. Wird das Atteſtat abgeſchlagen, ſo ertheilt die No⸗ tariatskammer ein Gutachten mit Entſcheidungsgruͤnden, und thelit daſſelbe dem Regierungscommiſſar(kaiſerlichem Anwalde) mit, welcher es mit ſeinen eigenen Bemerkungen an den Reichsoberrichter einſendet.
45. Jeder Notar wird vom erſten Conſul(Kaiſer) ernannt, und erhalt von ihm eine Beſtallung, in welcher der zu ſeinem Wohnſitze beſtimmte Ort angegeben iſt.
46. Die Beſtallungen der Notarien ſind, laut ihrer Ue⸗ berſchriſt, an das Tribunal erſter Inſtanz gerichtet, in deſſen Gerichtsbezirke der Ernannte ſeinen Wohnſitz haben ſoll.
47. Binnen zwey Monaten nach ſeiner Ernennung iſt der Erwaͤhlte, bey Verluſt ſeiner Stelle, gehalten, in der oͤffent⸗ lichen Audienz des Gerichts, an welches ſeine Beſtallung ge⸗ richtet iſt, den Eid abzulegen, welchen das Geſetz von jedem oͤffentlichen Beamten fodert, ſo wie eidlich anzugeloben, daß er ſein Amt treu und redlich verwalten wolle.
Er wird jedoch nicht eher zum Eide gelaſſen, als bis er das Original ſeiner Beſtallung, und die Quittung uͤber die von ihm beſtellte Cauttonsſumme eingereicht hat.
Er iſt gehalten, das Protocoll uͤber ſeine Vereidung beym Secretair der Municipalität des Orts, wo er ſeinen Aufent— halt zu nehmen hat, und in den Canzelleyen aller Gerichtshoͤfe, in deren Sprengel er practiciren ſoll, in die Gerichtsbuͤcher eintragen(einregiſtriren) zu laſſen.


