I. Geſetz uͤber die Notariatsordnung. 11
zugeſetzt werden. Die eingeſchalteten, daruͤber geſchriebenen oder hinzugeſetzten Worte ſind unguͤltig. Muͤſſen Worte ausgeſtri⸗ chen werden, ſo ſind ſie dergeſtalt auszuſtreichen, daß auf dem ihnen gegenuͤberſtehenden Rande der Seite, worauf ſie ſich befinden, oder am Schluſſe der Urkunde ihre Zahl angemerkt, und auf dieſelbe Art, wie die auf den Rand geſchriebenen Zuſaͤtze, genehmigt werden kann. Und zwar hat der Notar dieß alles bey einer Strafe von funfzig Franken, ſo wie bey Vermeidung des vollen Schadenerſatzes, zu beobachten; auf den Fall des Betrugs aber die Abſetzung zu gewarten.
17. Der Notar, welcher, den Geſetzen und den Be— ſchluͤſſen der Regierung zuwider, abgeſchaffte Namen und Ti⸗ tel, auf das Lehnrecht ſich beziehende Clauſeln und Ausdrucke braucht, oder ſich der republikaniſchen Maaße und der republi— kaniſchen Jahresrechnung*), ſo wie der Decimalberechnung zu bedienen unterlaͤßt, iſt zu einer Geldbuße von hundert Franken zu verurtheilen, welche im Wiederholungsfalle ver— doppelt wird.
18. Der Notar ſoll in ſeiner Expeditionsſtube eine Liſte zu jedermanns Einſicht darlegen, worauf er Namen, Vor⸗ namen, Stand und Wohnung der Perſonen einträgt, die im Umfange des Gerichtsſprengels, worin er practicirt, unter Vormundſchaft geſetzt, oder mit einem Rechtsbeyſtande ver⸗ ſehen ſind, unter Bemerkung der ſich darauf beziehenden Ur⸗ thel; Alles unmittelbar nach der ihm davon geſchehenen An— zeige und bey Vermeidung des Schadenerſatzes an die Par⸗ theyen.
10. Alle vom Notar aufgenommene Urkunden haben gerichtliche Beweiskraft, und ſollen im ganzen Umfange der Republik(des Reichs) vollſtreckbar**) ſeyn.
*) Seit dem 1. Januar 1806 bedient man ſich in Frankreich, vermoͤge des Senatusconſults vom 22. Fructidor des XIII. J. des Gregorianiſchen Calenders. S. u. Nr. XXXI. E.
**) D. i. es ſoll daraus ſofort die Execution geſucht werden koͤnnen. Gerichtsordn. Art. 345. u. f. E.


