Vorrede. 2v
es nicht bey Praͤſumtionen bewendet, da das Teſta⸗ ment bey Lebzeiten der Teſtamentszeugen und des Notar eroͤffnet worden iſt. Die Verſicherung des letz⸗ ten, wenn er jetßt das eroͤffnete Teſtament fuͤr ſeine Handſchrift anerkennt, verdient doch wohl eben ſoviel Glauben, als wenn er dort erwaͤhnt haͤtte, es ſey von ſeiner Hand: denn auch hier kann man ganz mit gleichem Rechte ſagen: falsum non praesumitur. Wollte man aber ja, wegen der groͤßern Gewißheit, deren es in Anſehung letztwilliger Verordnungen bedarf, ſelbſt die Aner⸗ kennung von Seiten des Notars fuͤr unzulänglich achten: ſo iſt ja aller Zweifel gehoben, wenn die bey⸗ den Zeugen, die eben deswegen da ſind, daß ſie kuͤnftig uͤber Alles, was bey Abfaſſung des Teſta⸗ ments vorging, oder unterblieb, glaubwuͤrdige Aus⸗ kunft ſollen geben koͤnnen, eiblich erhärten, daß ſie dem Notar das Teſtament hätten ſchreiben ſe— hen. Stimmt alles dieſes uberein, harmonirt. die Handſchrift des Teſtaments mit der bekannten Hand⸗ ſchrift des Notars, erkennt er ſelbſt dieſe Handſchrift an: ſo iſt doch wohl offenbar, dem Geſetze ſey ein Genuͤge geſchehen, zumal wenn, wie im Protocolle ohnehin nothwendig enthalten ſeyn muß, der Te⸗ ſtirer dem Rotar das Teſtament zum Protocoll in die Feder dictirt hat; denn man dictirt nur dem in die Feder, welcher nachſchreibt.


