x11 Vorrede.
und Vollſtändigkeit ſich nicht verkennen laſſe*. Wie aber auch dieſe Grundregeln lauten moͤchten, ſo wurden doch folgende Säatze dabey als unverkenn⸗ bar wahr erſcheinen.
Die Form iſt Mittel; nicht Zweck. Sie muß alſo das, was ſie aufrecht erhalten ſoll, nicht vernichten.
Die Form muß einfach, leicht zu verſte⸗ hen, leicht anzuwenden ſeyn, ſonſt giebt man alles in die Hände der Rechtsverwirrer und Rabuli⸗ ſten, eroͤffnet die ergiebigſte Quelle der Proceſſe zum Beſten der Advocaten, macht die Geſchaͤfte des Buͤr⸗ gers von unnothigen und läſtigen Koſten und Zeit⸗ verſäumniſſen abhängig, ſo daß die poſitive Norm, durch die man das Publicum, auf Koſten der Frey⸗ heit und des guten Glaubens, ſorgſam vor aller Un⸗ ſicherheit zu bewahren ſucht, Uebel herbeyfuͤhrt, die oft weit groͤßer ſind, als die, welchen man durch die Vorſchrift der Form vorbeu⸗ gen wollte.
Frankreichs Geſetzgebung und Rechtspflege litten ſeit langer Zeit an dem Ueberfluſſe unnuͤtzer For⸗ men und Formeln.
Viele derſelben ſind durch den Code Napoldon auf eine muſterhafte Art verbannt oder umſchifft. Doch
*) Ich habe einen Verſuch dieſer Art in meinem Sy— ſteme der Civilgeſetzgebung aufgeſtellt, den ich naͤch⸗ ſtens beſonders abdrucken laſſen werde.


