UI. Buch. VIM. Tit. Von dem Mieth Contracte. 487
druͤcke unſeres Artikels kann indeſſen dieſes heut zu Tage nicht mehr Statt haben; die Sache des Pächters iſt es alſo, hiernach ſeine Bedingungen einzurichten.
Art. 1803.»In Ermangelung beſonderer Verträge rich⸗ „ten ſich dieſe Contracte nach folgenden Grundſaͤtzen.«
we er Ab ſchnitt. Von der einfachen und gewöhnlichen Art, Vieh iu verpachten.
Art. 1804.»Die einfache und gewöhnliche Verpachtung „des Viehes iſt ein Contract, wodurch man einem andern „Vich zu hüten, zu nähren und zu pflegen unter der Bedingung überläßt, daß der Pächter die Haͤlfte des Zu⸗ „wachſes an jungem Vieh fuͤr ſich haben, zugleich aber „auch den Verluſt zur Hälfte tragen ſoll. ⸗
D. h. Bey einer Verpachtung des Viehes, wobey das anze Vieh jedem andern als einem gewöhnlichen Pächter, oder einem ſolchen, der eine Quotitat der Fruͤchte abzugeben hat, geliefert wird, wird Verluſt und Gewinn zur Haͤlfte ge⸗ theilt, wenn nicht ein anderes ausbedungen worden iſt, den Fall ausgenommen, wenn alles Vieh zu Grunde geht, denn in dieſem Falle iſt der Verluſt für den Verpachter. S⸗ den Art. 1810.
Art. 1805.»Der Pächter wird dadurch nicht Eigenthü⸗ „mer des Viehes, daß es in dem Pacht⸗Contracte auf einen „gewiſſen Werth angeſchlagen worden iſt. Die Abſchätzung „hat keinen andern Zweck, als den Verluſt oder den Nutzen „beſtimmen zu könuen, der am Ende der Pachtung ſich er⸗ „geben mag⸗«
Art. 1806.»Der Pachter iſt ſchuldig, als ein guter „ Hauswirth fuͤr die Erhaltung des Viehes zu ſorgen. u
Art. 1807.„Für einen Zufall hat er nur dann zu haf⸗ „ten, wenn von ſeiner Seite ein Verſehen vorhergegangen iſt, „ohne welches der Verluſt nicht erfolgt ſiyn würde.«
Nach der Lehre des Coquille, zum Art. 3, Cap· 21 des Gewohnheité⸗Rechtes von Nivernais, quest. 84 iſt der Pach


