22 1M. Buch. III. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten.
„die, welche mittelſt eines Particular-Titels in unſere Rechte „treten, ſich habe verſprechen laſſen, wenn nicht das Gegen⸗ 1„theil ausgedruckt worden iſt, oder aus der Natur des Ver⸗ Ntrags von ſelbſt folgt.«*)
dem modo disoluntur, quo colligata Sunt, ſetzten ſie hinzu, hat bloß unter Contrahenten Statt, nicht aber zum Nachtheile eines Rechtes, das ein dritter erworben hat, und hiebey berufen ſie ſich auf die F. ul. ſ. de Pact. S. Pothier, n. 73.
7 Man ſieht inzwiſchen, daß die erſte Meinung dem vorliegen⸗ gen Artikel zufolge, den Vorzug erhalten hat, ſo lange wenig⸗ ſtens der dritte noch nicht erklärt hat, daß er die zu ſeinen Gun⸗ ſten geſchehene Stipulation zu benutzen gedenke. B.
*) Für ſeine Erben. Denn wird auch ſchon die Perſon, gegen die man ſich verbindet, im Vertrage genannt, ſo folgt doch daraus keineswegs, daß die Paeiscenten die Abſicht hatten, das daraus entſpringende Recht auf dieſe Perſon einzuſchränken; man muß im Gegentheile annehmen, daß ſie nur deßwegen ge⸗ nannt worden iſt, um denjenigen zu bezeichnen, womit der Ver⸗ trag geſchloſſen wurde. Plerumque persona Pacto inseritur, non vt personale pactum ſat, Jed ut demonstretur, cum quo pactum vit. T. 7,§. 3, de Pact. 33
Nichts hindert indeſſen, die uns gethane Zuſage auf einen unſerer Erben zu beſchränken: non obstar uni tantum en cre- dibus probideri, S1 heres factus vit, cwteris autem non consuli. T. 33./ de Pact. wo dieß auch durch ein Beyſpiel erlaͤutert wird. Daraus aber, daß jemand ſich etwas nahmentlich z. B. fuͤr ſeinen Erben Peter verſprechen läßt, muß man nicht folgern, daß die Paciscenten die Stipulation auf dieſe Perſon haͤtten ein⸗ ſchraͤnken wollen. Zwar laͤßt ſich dieß dann thun, wenn vLerje⸗ nige, der auf dieſe Art ſtipulirte, zur Zeit des Vertrages wußte, daß er noch andere Erben haben müßte: denn in dieſem Falle ſcheint keine andere urſache, nahmentlich für den Erben Peter zu ſtipuliren, vorhanden zu ſeyn, als die Stipulation auf ihn einzuſchraͤnken; hatte aber derjenige, der auf dieſe Weiſe ſiipu⸗ lirte, zur Zeit des Vertrages Urſache zu glauben, daß dieſer Peter einſt ſein einziger Erbe ſeyn würde, dann kann man au⸗ nehmen, daß dieſer Peter enuntiative, nicht aber in der Abſicht die Wirkung des Veitrages auf ſeine Perſon zu beſchränken, im Vertrage genannt worden ſey. Dieß lehrt auch Papinian in dem Falle, der in der T. 40,§. Mn. de Pact. enthalten iſt. Pothier, n. 64.


