Teil eines Werkes 
Vierter und letzter Band (1809)
Entstehung
Seite
35
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U. Buch. X. Tit. Von dem Leih⸗ und Darlehens⸗Contraete. 35

Art. 1881.»Gebraucht der Entlehner die Sache zu ei⸗ nem andern Zwecke, oder für eine längere Zeit, als er es ſollte, ſo hat er für den Verluſt zu haften, wäre er auch bloß durch einen Zufall entſtanden.«

Derjenige, welcher die Sache zu einem andern Zwecke gebraucht, als wozu ſie geliehen worden iſt, wird in der T. 5, F. 8. N h. mit einem Diebe verglichen.*)

Art. 1882.»bGeht die geliehene Sache durch einen Zufall zu Grunde, vor dem der Entlehner ſie hätte bewah⸗ »ren können, wenn er ſeine eigene Sache gebraucht haͤtte, oder konnte er nur eine von beyden erhalten, und er zog »die ſeinige vor, ſo iſt er fuͤr den Verluſt der andern ver⸗ antwortlich.«

Stimmt mit der angefuͤhrten F. 5. F. 4 überein.

Art. 1883.»Hat man die Sache, als ſie geliehen »wurde, geſchätzt, ſo hat der Entlehner jeden, ſelbſt durch »Zufall ſich ereignenden, Verluſt zu tragen, in ſo fern nicht »das Gegentheil ausbedungen worden iſt.«

Stimmt mit der T. 2, F. 3, cod. eòd. uͤberein.

Die in dieſen drey Artikeln ausgedruckten Fälle ſind nicht die einzigen, worin der Entlehner für den durch Zufall ent⸗ ſtandenen Verluſt haftet; es verhält ſich eben ſo, wenn dem bloßen Zufalle ein Verſchulden von ſeiner Seite vorhergieng, z. B. wenn er einen gefährlichen Weg genommen hat, wenn er des Nachts gereiſt iſt, da er doch einen ſichern Weg hatte, oder bey Tag ankommen konnte. L., F. 4 und 7. Fer⸗ ner, wenn er die bloßen Zufaͤlle ausdruͤcklich auf ſich genom men hat. T. 1, cod. edd.

Uebrigens würde die Entſcheidung des Artikels auch dann eintre⸗ ten müſſen, wenn der Entlehner die zu ſeinem perſoͤnlichen Ge⸗ brauche geliehene Sache ohne Vorwiſſen des Eigenthümers einem andern liehe, weil man nach dem Art. 1135 aus den Verbind⸗ lichkeiten alle Folgen herleiten muß, die der Billigkeit gemß daraus entſprinsen

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