Teil eines Werkes 
Vierter und letzter Band (1809)
Entstehung
Seite
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m. Buch. Ix. Tit. Von dem Speietäts⸗Contracte. 5

Erſter Abſchnitt⸗ Von univerſellen Geſellſchaften.

Art. 1836.»Man unterſcheidet zwey Arten der univer⸗ ſellen Geſellſchaften, die Geſellſchaft, welche auf alle ge⸗ genwärtige Güter gerichtet iſt, und die unſverſelle Geſell⸗ ſchaft des Gewinnes.«

Die allgemeine Geſellſchaft aller Güter hatten wir, in unſerem Entwurfe verworfen, weil ſie gewoͤhnlich nur eine verſteckte Schenkung in ſich enthalten würde.

Dagegen machte man den Vorſchlag, ſogar die Geſell⸗ ſchaften künftiger Güter zu erlauben: ein ſolcher Vertrag, ſagte man, hat nichts unerlaubtes an ſich; hoͤchſtens ſtellt er einen Gluͤcks⸗Vertrag vor, und, um die damit verknüpf⸗ ten Inconvenienzen aus dem Wege zu räumen, iſt es genug, ihn unter ſolchen Perſonen zu verbiethen, die ſich zu ſchen⸗ ken unfaͤhig ſind. Die römiſchen Geſetze, ſetzte man hinzu, welche Pothier, du Conträt de Societe, n. 40 befolgt hat, erlauben ihn.

Durch die Mehrheit der Stimmen wurde indeſſen dieſer Vorſchlag aus folgenden Gründen verworfen. 1) Können une ter einer Geſellſchaft künftiger Guͤter wirkliche Schenkungen verborgen werden, ſo muß man ſie aus den nehmlichen Be⸗ wegurſaͤchen verbiethen, die das Verboth ſolcher Schenkun⸗ gen bewirkt haben.

2) Bey jeder Geſellſchaft muß weſentlich der Gewinn nach Verhältniß deſſen, was jeder darin eingelegt hat, gleich ſeyn. Wie ſoll man aber das eine Geſellſchaft nennen, wo einer nahe Ausſichten Vermoͤgen zu erhalten haben möchte, waͤhrend der andere nichts zu hoffen hat, und wobey nichts deſtoweniger die Vortheile gemeinſchaftlich ſeyn ſollten?

5) Um eine billige Vertheilung des Gewinns machen zu können, iſt es nothwendig, daß alles, was in die Geſell⸗ ſchaft eingebracht wird, bekannt ſeyn, und ſein Werth be⸗ ſtimmt werden koͤnne. Bey einer Geſellſchaft aber, die kuͤnftige Güter zum Gegenſtande hat, iſt dieſes unmöglich⸗