Teil eines Werkes 
Dritter Band (1808)
Entstehung
Seite
489
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UI. Buch. VIM. Tit. Von dem Rieth⸗Contraete. 469

Gemäß dem Artikel, ſagte man, ſcheint es, als wenn der Pächter nie einen Verluſt tragen ſolle, der ſeinen Gewinn überſtiege. Dieß, antwortete man, iſt der Sinn des Geſetzes nicht; es ſetzt, für den Fall des Verluſtes, eine Diſtinction feſt, die aus dem gemeinen Rechte entlehnt iſt.

Hierauf erwiederte man, durch die bloße Wirkung der Zeit müſſe das in Pachtung gegebene Vieh an ſeinem Werthe verlieren, und doch wuͤrde, nach dem letzten Theile des Ar⸗ tikels, der Paͤchter an dieſer Verminderung Antheil haben⸗ Es wurde geantwortet: die Worte: der Perluſt wird ge⸗ meinſchaftlich getragen, haben den Sinn nicht, daß der Paͤchter die Hälfte des Verluſtes vergüten müſſe, ſondern dieſen, daß der Verluſt ihn nach Maßgabe des Gewinus treffe, den er aus der Pachtung zieht, und dieſen Gewinn verringern werde, ohne deßhalb gegen den Eigenthümer einen Regreß nehmen zu koͤnnen.

Man ſetzte hinzu: iſt weder ein bloßer Zufall, noch Ver⸗ ſchulden von Seiten des Pachters vorhanden, ſo muß ſein Gewiun keine Verminderung an demjenigen, was von der Heerde uͤtrig iſt, erleiden; und der Artikel wurde zur Section zurck verwieſen, um ihn ſo abzufaſſen, daß dieſer Sinn richtig ausgedruckt würde.

Nichts deſtoweniger ſcheint er in einem ganz entgegenge⸗ ſetzten und in dem nehmlichen Sinne abgefaßt zu ſeyn, wie jener des Art. 61 im Falle des Nießbrauches.

Meiner Meinung nach, iſt ſolgendes richtig. Geht das verpachtete Vieh ganz zu Grunde, und zwar ohne Ver ſchulden des Pächters, ſo iſt es für den Verpachter verloren⸗ Hierin ſind alle einig.

Geht nur ein Theil davon zu Grunde, ohne daß weder Zuwachs an jungem Vieh von dem übrig bleibenden Theile noch Gewinn daran vorhanden iſt, oder vorher oder nachher vorhanden geweſen iſt, ſo iſt der Verluſt ebenfalls für den Verpachter.

Iſt Gewinn an dem übrig bleibenden Theile vorhanden, ſo muß Gewinn und Verluſt gegeneinander aufgehoben wer⸗