Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1808)
Entstehung
Seite
528
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522 M. Buch. U. Lit. Von Schenkungen und Teſtamenten.

und ſo entſcheidet auch Furgole über dieſen Art. nach der

vorhergehenden Artikel laſſen ſich keineswegs auf die Schenkungen anwenden, wovon in dem s. und§. Capitel des gegenwaͤrtigen Titels Redeiſt. Man weiß aber, daß das Cap. 9 des in Frage ſtehenden Titels die ueberſchrift führt: von Verordnungen der Ehegat⸗ ten im Heiraths⸗Contracte oder waͤhrend der She; und eben ſo weiß man, daß unter den Verfügungen die⸗ ſes Cap. 9 die oben angeführten Art. 1096 und 1097 ſich beſin⸗ den. Da nun das Geſetz die unter Lebenden während der Ehe gemachten Schenkungen der Ehegatten von den Art. 943 944 945 und 946 ausnimmt, ſo ſagt es ganz klar, daß dieſe Schenkungen den Verfügungen der vorhergehenden Artikel des nehmlichen Abſchnittes unterworfen ſind, daß die vorhergehenden Artikel des nehmlichen Abſchnittes, die die äußern Formen der Schenkungen unter Lebenden feſtſetzen, auf Schenkungen anwend⸗ par ſind, die ſich Ehegatten waͤhrend der Ehe mittelſt Aete unter Lebenden machen, und daß Eheleute während der Ehe, um ſich einander zu begünſtigen, die Form der Schenkungen unter Leben⸗ den wählen koͤnnen.

Das Geſetzbuch Napoleons hat uͤberdieß, da es ſo verordnete, nichts neues eingefuͤhrt, ſondern bloß das Recht erneuert, welches in den römiſchen Geſetzen hierüber enthalten war. Die römiſchen Geſetze erlanbten den Ehegatten ſich in einem Teſtamente, oder Codicille einander zu begünſtigen; Schenkungen unter Lebenden hingegen erlaubten ſie unter ihnen nur mit dem Bedinge, daß ſie immer widerruflich ſeyn, und erſt durch den Tod der Ehegat⸗ ten, die ſie etwa gemacht hatten, beſtätigt werden ſollten. Folgte aber hieraus, daß unter dieſen Geſetzen, die mit dem Nahmen unter Lebenden belegten Schenkungen nur in ſo fern gültig ſevn konnten, als ſie mit den Formalitäten der Teſta⸗ mente, oder wenigſtens mit jenen der Codieille verſehen waren? Keineswegs; im Gegentheile mußten ſie eben ſo wie Schenkun⸗

gen unter Lebenden inſinuirt werden, und war dieß nicht ge⸗ ſchehen, ſo blieben ſie ohne Wirkung, es ſey dann daß ſie in einem Leſtamente oder Codicille beſtätigt worden ſeyen. Dieß lehrt uns die T. 25. cod. de donat. int. r. et uz., und die Nop. 163. cÿp. 1. Waren nach dem römiſchen Rechte die unter Ehegatten mit⸗ telſt Aete nater den Lebenden gemachten Schenkungen, obſchon