Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1808)
Entstehung
Seite
526
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526 1IMI. Buch. U. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten.

nachgeborner Kinder aucnahm, aber gar nicht von den un⸗

und in ſeinem Sterbe-Bette lag, indem er drey Tage nachher geiorben ſey; aus dieſen Gründen beſtätigte der Appellatitns⸗ Hof von Rennes am 15. Thermidor 3. J.(3. Auguſt 1605 das in erſter Inſtanz ergangene Urtheil.

Jehanna Cheny uahm zwar hiewider keinen Reeurs zum Caſſations⸗Hofe und ſo gieng in Hinſicht ihrer dieſes urthril in Rechtskraft über; der Herr General⸗Prreurator legte es indeſſen dem Caſſations⸗Hofe vor, und tuug, wenigſtens zum Vortheile des Greſetzes, auf deſſen Caſſatiun an Die Gruͤnde, die meinen Antrag uuterſützen, ſagte er, ſind einleuchtend.

Im Art. 893 des Geſetbuches heißt e nach dem Beyſpiele des Art 3 der Ordonnanz ven 1731 daß man unter einem wohlthätigen Ditel über ſein Vermoͤgen anderſt niht ais durch Schenkungen unter Lebenden, oder durch Teſtament, nach den hierunten beſtimmten Formen verordnen könne. Dieſe Verfügung ſchränkt in⸗ deſſen das Geſetzbuch nicht ſo ein, wie es die Ordonnanz von 7 31 that; denn dieſe erklärte im Art. 46 daß ihr Art. 3 auf Schenkungen, die ſich Ehegatten während der Ehe machen, nicht anwendbar ſey, dagegen das Geſetbuch Napoleons keine Auo⸗ nahme von ſeinem Art. 393 macht, und folglich. Shegatten, die zu ihrem gegenſeitigen Vortheile disponiren wollen, nach Ver⸗ ſündung dieſes Geſetzbuches es anderſt nicht mehr thun koͤnnen, als in enem Teſtameate, eder mittelſt einer Scheukung unter Lebenden.

Häctc ſich das Geſetzkuch nicht hierüber anderſt erklärt, ſo mohte wohl daraus folgen, daß die Form der Schenkung nuter den Lebenden den Ehegatten unterſagt ſey; denn, eins Theils gehött es, nach dem Art. s94 zum Weſen der Schen⸗ tung uurer Lebenden, daß ſuch der Geſchenkgeber wirk⸗ lich und unwiderruſlich der geſchenkten Sache zum Bortheile des Geſchenknehmers, der ſie an⸗ nimmt; begebe und andern Theils ſagt der Art. 1096, daß alle unter Ehegatten während der She gemachten Schenkungen immer dem Widerrufe unterworfen ſind, wenn man ſte ſchon als Schenkuugen unter Lebenden bezeichnet hätte.

Daß indeſſeu das Geſetzbuch dieſe Schlußfolge nicht gewollt habe, dieß liegt klar am Lage. Zuerſt gibr es ſchon durch die