Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1808)
Entstehung
Seite
525
Einzelbild herunterladen

III. Buch. 1l. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten 525

Contracte gemachten Schenkungen von dem Widerrufe wegen

koͤnne, alle Merkmahle der teſtamentariſchen Dispoſitionen an ſich trage. Bey der dritten Frage erwog er a) daß die neue Ge⸗ ſetzgebung nur zwey Gattungen von Schenkungen kenne, unter den Lebenden nehmlich, und auf den Todesfall; daß b) der Geſeßgeber die Gültigkeit der Schenkungen unter Lebenden, und der Teſtamente der Beobachtung der fuͤr dieſe Aete vorgeſchriebenen Feyerlichkeiten untergeordnet habe; daß, wenn erſc), in der Abſicht die Heira⸗ then und die Bevölkerung zu begünſtigen, die Schenkungen unter Lebenden, die den Ehegatten in ihrem Heiraths⸗Contraete ge⸗ macht werden möchten, von den in den Art. 943 944 945 und 946 vorgeſchriebenen Regeln ausgenommen hat, ſich doch nicht ſchließen laſſe, daß er die Ehegatten von der Beobachtung der Formen befreyt habe, die er fuͤr die teſtamentariſchen Dispo⸗ ſitionen, die er ihnen waͤhrend der Ehe zu ihren Gunſten zu machen erlaubt, feſtgeſetzt hat; daß, wenn er d) in dieſem letz tern Falle, eine Ausnahme zu ihren Gunſten habe machen wol⸗ len, dieß beſtimmt ausgedruckt haben wuͤrde, ſo wie er es in Hinſicht der Schenkungen unter Lebenden gethan habe, und zwar um ſo mehr, da Ausnahmen ſich auf die Gegenſtaͤnde, für welche ſie eingefuͤhrt worden ſind, beſchränken muͤſſen; daß, da e) der Act vom 9. Meſſidor 12. J. keine Schenkung unter Lebenden, ſondern auf den Todesfall ſey, er nach den für Aete dieſer letztern Gattung vorgeſchriebenen Formen errichtet, folg⸗ lich von zwey Notarien in Beyſeyn zweyer Zeugen aufgenommen, von Peter Lecouvreur dictirt, dem Teſtirer vorgeleſen werden, und von allem dem ausdrückliche Erwähnung habe geſchehen muͤſ⸗ ſen; daß, da 1) keine dieſer Formalitaͤten erfuͤllt worden, der Aet für nichtig erklaͤrt werden müſſe, ſo wie dieß in orſter In⸗ ſtanz bereits geſchehen ſey; er erwog uͤberdieß g) daß es im vor⸗ liegenden Falle ganz wahrſcheinlich ſey, daß Lecvuvreur und ſeine Gattinn die Abſicht gehabt haben, die Verſügung des Art. 1097 zu umgehen, die den Ehegatten verbiethet, ſich während der Ehe durch Aete unter Lebenden, oder durch Teſtament eine gegenſeitige Schenkung in einem und dem nehmlichen Acte zu machen, wenn man ſieht, daß ſie ſich am nehmlichen Tage ein ander ſchenken, und in beyderſeitiger Gegenwart, in zwey vom nehmlichen Notar aufgenommenen Aeten, und in Beyſeyn der nehmlichen Zeugen ſtipuliren; und daß es h) noch wahrſcheinli⸗ cher ſey, daß die vom Lecvuvreur gemachte Schenkung das Werk der Susgeſtion ſey, da der Aet ſelbſt beweiſe, daß er krank war;