s24 1Il. Buch. U. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten.
In Betreff des dritten bemerke ich, daß zwar der Art. 39 der Ordonnanz von 1731 die unter Ehegatten im Heiraths⸗
mittelſt eines in der nehmlichen Form errichteten Actes, ihrem Gatten Peter Lecouvreur, unter den Lebenden ihr gan⸗ zes mo⸗ und immobiliar Vermögen, was ſie bey ihrem Abſterben hinterlaſſen wuͤrde, falls er ſie überleben ſollte.
Drey Tage nachher ſtarb Peter Lecouvreur. Aus ſeiner erſten Ehe hinterließ er einen Sohn, der verheirathet, Vater von meh⸗ rern Kindern, aber damahls Gefangener in England war. Ma⸗ ria Houſſaye, deſſen Gattinn, belangte, nach vorher vom Gerichte erhaltener Autoriſation, um deſſen Rechte an der Nach⸗ laſſen ſchaft ſeines Vaters geltend zu machen, die Johanna Cheny beym Civil-Gerichte des Bezirkes von Saint⸗Brieux, um zu ſehen, daß der Act vom 9. Meſſidor 12. J. wodurch Peter Le⸗ couvreur ihr den vierten Theil ſeines ganzen Vermögens ge⸗ ſchenkt hatte für nichtig, und als nicht geſchehen erklärt werde,
Durch ein am 2. Pluvioſe 13. J.(z2. Jänner 1805) contra⸗ dietoriſch erlaſſenes Urtheil, welches ein vorher am 6. Frimaire des n. J.(27. November 1804) wegen nicht Erſcheinung erlaſſe⸗ nes urtheil beſtätigte, erklaͤrte wirklich das Civil-Gericht von Saint⸗Brieux dieſe Schenkung für nichtig, theils weil ſie nicht als Schenkung unter den Lebenden gelten koͤnne, theils, weil ſie, als Schenkung auf den Todesfall betrachtet, nicht mit den teſta⸗ mentariſchen Formalitäten verſehen ſey.
Von dieſen beyden Urtheilen appellirte Johanna Cheny, und der Appellations⸗Hof von Rennes ſtellte folgende Fragen zur S 2) von welcher Natur iſt der Schenkungs-Act vom 9. Meſſidor 12. J.* 30) In welcher Form mußte dieſer Act abgefaßt werden? Bey der....
.. zweyten Frage erwog er, daß die in den Apt. 894 unb 296 euthaltene Deſinition der Schenkung unter Lebenden, und des Leſtamentes nicht erlaube, dem Aete vom 9. Meſſidor 12, F. eine andere Benennung, als jene einer Schenkung auf den Todesfall beyzulegen, indem Peter Lecouvreur durch ſeine Erklaͤrung, daß er ſeiner Gattinn das Eigenthum des vierten Theiles ſeines Vermögens ſchenke, was er bey ſeinem Abſterben zurücklaſſen würde, darüber fuͤr eine Zeit, wo er nicht mehr ſeyn wird, disponirt habe; dieſe Dispoſition aber, da ſie erſt nach dem Tode des Geſchenkgebers Wirkung haben


